Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527769
264 
Buch. 
Weiterer 
Verlauf 
der deutschen 
Romantik. 
sich hier der Verfasser auf vier cyklische Werke beschränken, von 
welchen wenigstens üei Gemeingut der christlichen Welt geworden 
sind. Am wenigsten verbreitet ist wohl seine Apostel- und Evan- 
gelistenreihe  mehr sein Hauptwerk: 40 Zeichnungen zu den 
Evangelien"), wie seine Passion am), Verdignfßrmasgen aber am 
meisten sein letztes derartiges Werk vdie sieben Sakramentee  
Wunderbar ist, übrigens an Cornelius in noch höherem Grade zu 
treHen, dass dem mehr als siebzigjährigen Greise weder die geübte 
Rechte den Dienst versagte, so dass die Cartons seiner sieben Sakra- 
mente in der Brüsseler Ausstellung des Jahres 1866 einen wahren 
Sturm der Bewunderung erregten, noch die jugendlich innige und 
zarte Empfindung versiegte, die seine Thätigkeit Während eines halben 
Jahrhunderts ausgezeichnet hatte, dass vielmehr die Reinheit seines 
delicaten Stiftes wie die gewohnte gleichwohl anspruchlose Form- 
Schönheit in diesem seinen letzten grösseren Werke noch gesteigert 
und selbst von mehr Reichthum der Composition begleitet erschien. 
In der That einen glänzenderen Abschied von langer Künstlerthätig- 
keit haben wenige Meister genommen, wenige auch ein treueres 
Beharren an frühgefassten Ueberzeugungen bewiesen, als Overbeck, 
der unbeirrt von den Riesenschritten der allgemeinen Kunstentwick- 
lung seine ein halbes Jahrhundert lang beinahe gänzlich vereinsamte 
Bahn ging, bis ihn der Tod im 81. Lebensjahre von der Staffelei 
rief (12. Nov. 1869). Mit der Kirche verbunden, wollte er, obwohl 
zumeist unter beengten Verhältnissen in deren Mittelpunkt leben und 
schaffen, so dass er nur ein paarmal vorübergehend Deutschland 
besuchte , glänzende Berufungen nach München und Frankfurt 
aber ausschlug. 
Als Lehrer wirkte er, obwohl Professor an der Akademie von 
S. Luca, unmittelbar Wenig; dagegen stand sein Rath jedem, welcher 
seine Tendenz mit in den Kauf nehmen wollte, zu Gebote. Grösser 
 
 XII Sanctorum Apostolorum effigies incisae a. Barth. Bartoccini Romae 
1846. IV Evangelistarum effigies inc. a. J. Keller. 
 Die Originale befinden sich in der schönen Gemäldesammlung des Bar, 
v. Lotzbeck auf Schloss Weyhern (Stat. Nanhofen bei München); gest. v. Keller, 
Bartoccini, Pflugfelder, Steifensand u. a. 
 14 Stationsbilder, in Buntdruck bei Winckelmann u. S. in Berlin erschienen. 
T) Im Besitz des Hrn. Gaber in Dresden, welcher sie auch im Holzschnitt 
publicirte. Dresden und Leipzig 1865. 2. Aufl. 1871.
        

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