Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527565
geeignet erwies. Besonders die Zeit der Befreiungskriege, welche die- 
durch die Unruhen in Italien von der Heimat abgeschlossenen deut- 
schen Künstler mit doppelter Spannung erfüllte, und deren Ruf er nur 
mit Mühe und allem Aufwand von Entsagung widerstand, lenkten die 
Blicke aller auf den warmherzigen Patrioten, der so gerne in's Vater- 
land zurückkehrend zum Befreiungswerke den Pinsel mit dem Schwerte 
vertauscht hätte. vNimmermehiw schreibt er Oct. 1813 an Wennerii), 
swerde er sich darüber trösten können, dass er habe Zupügkblgiben 
müssen    Ich will an anderes nicht denken, als wie ich meine 
babylonische Gefangenschaft so würdig als möglich benutze    
Alles was ich hier thun kann, mag in diesem grossen Augenblicke 
unnützer, überflüssiger erscheinen, als es in der That ist. Denn 
wenn die Freiheit, die jetzt gewiss und wahrhaftig errungen werden 
wird, würdig soll genossen und den künftigen Zeiten gesichert werden, 
so muss der Genius der Nation in allen Dingen durchdringen bis 
zum untersten Glied. Denn nicht grosse Armeen, Festungen und 
Bollwerke sind der Schutz eines Volkes, sondern sein Glaube, seine 
Gesinnung!    Dass beinahe Alles in unserem Vaterlande anders 
werden muss, begreift und fühlt ein Jeder. Doch Jeder kann nicht 
zu Jedem tauglich sein und die Quelle des Uebels so eigentlich auf- 
spüren. Ich kann's in keiner Sache; aber in meiner Kunst kann 
ich's! Ich sehe deutlich, wo es hier fehlt. Die Vorsehung hat mir 
hier einen grossen Wirkungskreis angewiesenß 
Wir dürfen nicht zweifeln, dass ähnlich der Ton war, den Cor- 
nelius in der Gesellschaft seiner Genossen anschlug, und die Sprache, 
die er überall führte. Sein Brief an Mosler vom Jahr 1814 ist; ein 
wahrer künstlerischer Kriegsgesang. Er mahnt zum offenen Kampf 
mit den Philistern. wWas thut's, wenn wir fallen, ruft er aus. Es 
mag gut sein und klug, im Hinterhalt zu harren; am Ende aber thut's 
noth, dem Feinde die blanke Schwertspitze unter die Nase zu haltenx 
In der Mehrzahl der deutschen Herzen in Rom zündete sein Feuer, 
und in Kurzem war er wirklich, wie man ihn damals nannte: sder 
Hauptmann der römischen Schaarß 
Förtse-r a. 
142.
        

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