Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527423
Sohnes hinübergegangen. Dafür war das Vertrauen der Mutter in 
den Wirklichen Beruf des Sohnes unerschütterlich: sie lehnte den 
Rath ab und Peter konnte an der Schule bleiben, WO er nun freilich 
nicht auf Rosen gebettet war, obwohl er damals durch jene Ent- 
schliessung der Mutter gespornt, Fortschritte machte, die Wie er selbst 
später (1838) besclleidellilißh Sagtef), vviel mehr versprachen als er 
wirklich gewordene. Denn statt zu erkennen, dass die vermeinte 
Talentlosigkeit doch nur in der Unfähigkeit des Schülers bestände, 
dem damaligen akademischen aus Mengs und David combinirten 
Zivitter-Ideal zu folgen, und die Ungerechtigkeit jenes Verdiktes 
zuzugestehen und gutzumachen, setzte Langer nun gelegentlich heraus- 
fordernden Spott neben das abfällige Urtheil. Doch Cornelius war 
sich seines hohen Zieles frühzeitig bewusst und parirte z, B. die 
hämische Bemerkung des Direktors: wSie wollen am Ende noch gar 
ein Raphael werdenc mit der Replik: saut Caesar aut Illhlllx Langer 
dagegen besiegelte den bornirten Unfehlbarkeitsglauben an sich und 
an sein Urtheil mit einiger Modification noch viel später, als Cor- 
nelius bereits zur Leitung der Düsseldorfer Akademie berufen War, 
mit der Aeusserung, die er seinen Münchner Schülern gegenüber 
machte: vEr habe einst einen Schüler gehabt (Cornelius), der nicht 
ohne Anlagen und Fähigkeiten gewesen; der habe ihm aber nicht 
gefolgt, und so sei nichts aus ihm gewordene 
Doch wir beurtheilen vielleicht Langern zu hart. Seine Unter- 
schätzung des Schülers war keineswegs blos tendentiös wie seine 
spätere des H. Hess oder wie Füger's Verurtheilung Overbeck's und 
Genossen. Denn ein ausgesprochenes eigenes und dem der Akademie 
zuwiderlaufendes Programm hatte sich Cornelius wenigstens (lalnals 
noch nicht gebildet, wie zwei aus dem Anfang dieses Jahrhunderts 
stammende Oelbilder mit den vierzehn heiligen Nothhelfern i") zeigen, 
auf welcher nach H. Mosler ritt) die weiblichen Heiligen an Guido 
Reni, Correggio, Raphael, die männlichen an Michel Angelo, Rubens, 
Dürer, und zwar jede Figur an ein anderes Vorbild gemahnen, und 
dessen Geschichte der neueren deutschen 
jetzt im Oratorium der barmherzigen 
 Brief an RacZynSkLabgedruckt in 
Kunst. Bd. II. S. 196. 
M) Für Canonicus Mitweg gemalt, 
Schwestern zu Essen. 
 Förster a. a. O. Bd. I. S. 45.
        

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