Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527381
soll indess im folgenden Capitel gehandelt werden, des äussern 
Umstandes aber ist schon hier zu gedenken, dass Schnorr sich nicht 
zum engeren Anschlüsse an die Klosterbrüder herbeiliess, und statt 
in S. Isidoro, woselbst Overbeck mehr und mehr vereinsamte, im 
Palazzo Caffarelli auf dem Capitole seinen Aufenthalt nahm, Welches 
gastliche Dach ihm und Olivier von Bunsen angeboten worden war, 
und dass 91" es nicht für nöthig hielt, wie Overbeck dem Quatr0- 
cento zuliebe Seinen Cinqlleßenüstischen Protestantismus abzulegen. 
Er wie Cornelius fühlte die Kraft in sich weder auf die religiöse 
noch ritterliche Romantik sich zu beschränken, sondern beiden Rich- 
tungen die Bahn offen zu halten, auf welchen sie zu nationaler 
Classicität, die der formale Glassicismus nicht zu erreichen ver- 
mocht hatte, gelangen konnten. Auf dieser Bahn werden wir den 
zwei Heroen deutscher Kunst später zu folgen haben. 
Noch ist des jüngsten im Kreise der religiösen Romantiker zu 
gedenken, der jedoch erst 1821 nach der ewigen Stadt gelangte, 
als S. Isidoro bereits aufgehört hatte, der locale Mittelpunkt der 
ganzen Richtung zu sein. Heim. Hess, 1798 zu Düsseldorf als der 
Sohn des dortigen Kupferstechers und Professors C. E. Hess und 
als der jüngere Bruder des 1792 geb. Schlachtenmalers Pet. Hess 
geboren, War anlässlich der Verpflanzung der Düsseldorfer Gallerie 
als Knabe nach München gelangt, aber eines Bildes ü) wegen, welches 
der eklektisch classicistischen Richtung der von Langer geleiteten 
Akademie durch seinen peruginesken oder frühraphaelischen Charakter 
Linleidlich erscheinen musste, von der Münchener Anstalt wie früher 
Overbeck von der Wiener verwiesen worden. Seine für die Königin 
Wittwe von Bayern gemalte heilige Familie (1815), S. Lucas (1816), 
im Besitz des Königs von Preussen, die für den Herzog von Leuchten- 
berg gemalte büssende Magdalena wie die schöne Grablegung (1817) i") 
zeigten den Ernst, mit welchem er sich dem frühraphaelischen Vor- 
bilde anschloss. Er musste darum dem Overbeckschen Kreise nur 
erwünscht sein, wenn er auch gegen deren exclusiv christliches 
Programm sich entschliessen konnte, seinem Vorbilde selbst bis in 
die Stanzen zu folgen, und für den Prinzen Carl von Bayern einen 
Apoll unter den Musen zu malen (1823), da er ja für diese Abirrung 
k) Glaube, Hoffnung lmd Liebe. (Leuchtenberg-Sammlung 
H) In der Sakristei der Theatinerkirche zu München. 
S. Petersburg.) 
in
        

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