Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527357
strirte. Auch er hatte seine Studien (1812) in David's Schule zu 
Paris begonnen, war aber, von 1816 an längere Zeit in Rom ver- 
weilt, eifrigst bestrebt, die Spuren der David'schen Jahre wieder zu 
verwischen. Seine Werke, wie das erste Elternpaar oder das Doppel- 
bildniss der Gebrüder Eberhard, verrathen seine Hinneigung zu alt- 
deutschen Vorbildern, andere, wie adie Kapuzinerpredigt im COlOSSGUIUQ 
(1822) lebhaften Natur- und Farbensinn i). Die Oliviers wie Ram- 
boux, welcher letztere auch die Divina, Comedia in 10 Cartons 
behandelteiit), nähern sich indess mehr der älteren Eigenart eines 
Cornelius, bleiben jedoch am Kleinlichen, Aeusserlichen zu sehr hangen, 
um mit der Entwicklung des Meisters gleichen Schritt halten zu können. 
Anders ein jüngerer Genosse jener Oppositionsgenossenschaft 
zu-Wien, die zuletzt bei den Oliviers ihren räumlichen wie zum Theil 
geistigen Mittelpunkt gefunden hatte, nemlich Julias V. H. Schnorr 
von Carolsfeldwii), geb. 1794 zu Leipzig. Ihm war das Glück beschie- 
den, kampflos den Beruf wählen zu können, zu dem es ihn drängte; 
denn sein Vater, der tüchtige Direktor der vordem von Oeser geho- 
benen Akademie, H. V. Schnorr, hatte nichts dagegen, dass alle seine 
Kinder seinen Beruf ergriffen und zog sie nach ihrem allmälig reifenden 
Vermögen sogar zur Mithülfe bei seinen eigenen Arbeiten bei. Auch 
besass er die Einsicht, die Weiterentwicklung der Söhne dadurch zu 
fördern, dass er sie rechtzeitig nach andern Schulen ziehen liess. 
Erst den ältesten Ludzuig Ferdinand (geb. 1789, 1- in Wien 1853), 
der schon 180-1 die Akademie daselbst bezogen hatte und als zie1n- 
lich gereifter Eleve Zeuge der Ausschliessung von Overbeck und 
Genossen gewesen war, deren Vorgang auch auf sein etwas zaghaftes 
Gemüth nicht ohne bleibende Einwirkung sein konnte; dann unsern 
Julias, der erst 1811 dahin gelangte, als Overbeck bereits nach Rom 
übergesiedelt war. Was der ältere Bruder, der die Flamme der 
Opposition in seinem Innern verbarg, wenn auch missvergnügt ertrug, 
das vermochte der jüngere nicht lange lastwillig hinzunehmen. Ent- 
täuscht hinsichtlich des von der berühmten Akademie Erwarteten, 
 
Nr. 943. 
Lützow 
 Die beiden erstem im Wallraf-Richartfschen Museum zu Cöln 
944; das letztere im StädePschen Museum zu Frkfrt. Nr. 864. 
N") Cartons im StädeYschen Museum Nr. 415-424. 
i") _M_ Jordan, Aus Julius Schnorfs Lehr- und WanderjahreIL 
Zeitschrift f. b, K. 1867. S. 1. ff.
        

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