Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527345
Hßrv 
Werke herzustellen. Voll von den durch das Studium dei van Eyck'- 
schen Schule empfangenen Eindrücken waren sie dann 1811 nach 
Wien gelangt, wo die Oliviefsche Wohnung (denn auch Friedrich 
hatte sich damals dahin gewandt) der Mittelpunkt der Wiener Neuerer 
wurde. Doch scheint bei den Olivier's das Studium der flandrischen 
Meister einen Hang zum Archaischen hinterlassen zu haben, der oft 
und besonders bei Ferdinand, der niemals nach Italien gekommen 
war, zur schneidendsten Manierirtheit führte, _n3_mentlich wenn sie 
sich förmlich vornehmen im Styl der van Eyck zu malen, Diess soll 
besonders bei dem Hausaltartriptychon, das später (1829) Friedrich 
in München schuf, auffällig gewesen sein. Auch das Landschaftliche 
erhielt dadurch den Charakter des in Farbe und Zeichnung Alter- 
thümlichen und Harten, wenn auch dafür das manchmal auch dem 
Linienschönen ganz fremde Naturwahre, 'l'ransparente und Form- 
bestimmte dafür entschädigt. Von dieser wunderlichen Art gibt das 
schöne freilich durch die Untermalung fast braune Waldlandschafts- 
bild, tendentiös gesclmiückt mit einem Pilgerzug, während an der 
linken Seite zwei Jäger zu Pferde rasenf), und selbst das mehr 
vedutenartig gehaltene Bild rdas Franziskanerkloster auf dem Mönchs- 
berg bei Salzburgff) mit seiner mangelnden Luftperspektive und der 
harten, mühsamen und stückweisen Naturwahrheit eine fesselnde 
Vorstellung. 
Eine den Olivier's verwandte Erscheinung ist J. D. Passavant, 
geb. 1787 zu Frankfurt, 1- daselbst 1861, erst Schüler von David 
und Gros in Paris, dann nach Rom gelangt, wo er in den Over- 
beck'schen Kreis eintrat, für die Romantik aber trotz unbestreitbarer 
Tüchtigkeit, wie seine Landschaft mit S. Hubertus in ihrer Klarheit, 
Feinheit und schönen Farbe, namentlich in der prächtigen Baum- 
 behandlungiff) zeigt, mehr literarisch wirkte. So widmete sich auch 
J. A. Ramboux (geb. zu Trier 1799, "l" zu Cöln 1886) vorwiegend 
kunstwissenschaftlichen Arbeiten, indem er die Geschichte der christ- 
lichen Malerei in etwa 300 Aquarellen, in welchen er die alten 
Werke mit bewundernswertl1ei' Gewissenhaftigkeit wiedergab  illu- 
 StädePsches Museum in Frankfurt. Nr. 36T. 
 Leipziger Museum Nr. 168.  
 StädePsches Museum Nr. 366. 
1') Nach seinem Tode nach Düsseldorf, dann in's StädePsche Museum gelangt.
        

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