Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527337
Die 
Gebrüder 
Veit, 
und 
Eggers 
die 
Gebrüder Olivi er. 
221 
stehe an (ler Thüre und klopfe anat), das Gebet am Oelberg für 
den Dom zu Naumburg und namentlich das vorzügliche Marienbild 
auf Goldgrund mit zwei die Krone über der Jungfrau haltenden 
Engeln in einer Seitencapelle von S. Trinita di monti, welches seine 
sich steigernde Berühmtheit in der That verdient und vielleicht Veit's 
bestes Werk genannt werden darf. Schon damals aber unterscheidet 
sich Veit von den Genossen durch geringere Formbestimmtheit und 
höhere Goloristik wie durch seine Hingebung an die italienischen 
Vorbilder selbst bis Andrea del Sarto herab, welche durch keine 
nordischen Einflüsse alterirt wird. Die kleinliche Detailbildung ver- 
schmähend zielt er mehr auf's Grosse und Ganze ab, wobei der tiefen 
Empfindung keineswegs Abbruch geschieht. 
Einen etwas andern Weg zu ähnlichem Ziele hatten die Gebrüder 
von Olivier betreten, von welchen W. Friedrich, geb. 1791 zu Dessau, 
hier zunächst zu erwähnen ist. 1811 nach Wien gelangt, hatte er 
dort, unter einjähriger Unterbrechung, welche 1813 sein Eintritt in 
die Lützow'sche Freischaar verursachte, bis 1818 den Kunststudien 
obgelegen, welche durch den Einfluss der von Overbeck begründeten, 
antiakademischen Genossenschaft, die auch nach des Meisters Abgang 
sich nicht mehr verlor, die romantische Färbung erhielten. Von 
Wien aus nach Rom gelangt, trat er in den Kreis der deutschen 
Romantiker und bctheiligte sich dort zunächst an dem Cyklus von 
Gemälden, Welchen neun Genossen im Auftrag des Domherrn v. Am- 
pach für den Dom zu Naumburg herstellten, wobei er Christus mit 
dem Zinsgroschen als Gegenstand erwählte. Sonst liebte er es, seinen 
Werken einen reich entwickelten landschaftlichen Hintergrund zu 
verleihen, so dass seine figürlichen meist biblischen Darstellungen 
sich stark der Staffage nähern. Diess war namentlich die Art und 
Weise seines älteren Bruders J. H. Ferdinand v. Olivier, geb- 1735  
zu Dessau, der mit einem dritten, dem ältesten, Namens Heinrich 
(geb. 1783), schon 1804 nach Dresden und 1806 nach Paris gegangen 
war. Es mochte dort der Neigung der jungen Künstler sehr ent- 
sprechen haben, dass ihr Landesherr, der Herzog von Dessau, welcher 
zuerst den freilich künstlerisch wenig geglückten Versuch gemacht 
hatte, in Wörlitz eine Kirche im gothischen Style zu erbauen, sie 
beauftragte für dieselbe Altarbilder in der Art der niederdeutschen 
Gest. 
Ruscheweyh. 
V01]
        

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