Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527236
Seine schwärmerische Katholicität hatte ferner für das gewählte 
religiöse Kunstgebiet wenigstens den Vortheil, dass sie ihn zu jener 
Hingabe an seine Werke vermochte, die nur wirklicher Ueberzeugung 
möglich ist. Auch. war sein Streben der plastischen Auffassung der 
classicistischen Periode entgegen, und vielmehr, unterstützt von ver. 
wandter musikalischer Begabung, dem rein Malerischen zugewandt. 
Allein sein künstlerisches Vermögen war seinem Wollen nicht ent- 
sprechend, was ihn wieder auf mehr äusserliche und formale Durch- 
bildung beschränkte. Ferner hielt er sich zu eng an das Vorbild 
Raphaels und  was noch schlimmer  an den eklektischen Ge- 
danken, dasselbe mit der Antike zu verbinden. Doch würde immer- 
hin seine tadellose und liebenswürdige Persönlichkeit auf Overbeck's 
Entwicklung von günstigem Einflüsse gewesen sein. Mehr vielleicht 
als der Overbeck an Alter nur wenig überragende G. H. Näcke, 
geb. 1785 zu Frauenstein, 1- zu Dresden 1835, welcher damals die 
ersten Proben seines 'I'alentes zu Dresden ablegte, aber erst später 
zu Rom seine romantische Richtung weiter entwickelte, freilich so 
dass Reminiscenzen aus romantischen Werken mit modernster 
Auffassung sich wunderlich paarten. Mehr auch als der etwas 
zopfige Classicist Fried. Matthäft) aus Meissen, geb. 1777, 1' 1845, 
aus Füger's Schule hervorgegangen, der sich trotz einiger Anläufe 
weder aus dem Bann seiner Schule noch aus dem Classicismus zu 
befreien vermochte. Bezeichnend für ihn ist, dass er 1807 in Florenz 
Angesichts der anregenden Sammlung der Quatro- und Ginquecen- 
tisten seine aErinordung des Aegisthc schaffen konnte, und neben 
diesem blieb der wTod des Kodrusa (1821-1827) das bemerkens- 
wertheste Werk dieses Künstlers, der gleichwohl als akademischer 
Lehrer nicht olme Bedeutung war. F. A. JILReZzsch aber, geb. 1779 
Zu DPeSden, als Radirer und Illustrator der Dichterwerke von Bürger, 
Schiller und Goethe bekannter wie als Maler, auch älteren roman- 
tischen Dichtungen seine Kunst widmend, steht in Hinsicht auf die 
Gegenstände seiner Kunst der Richtung eines Cornelius näher als 
der Overbeckls, blieb aber nicht blos hinter beiden weit zurück und  
in technischer Tüchtigkeit befangen, sondern wurde sogar ein ent- 
schiedener Gegner der Overbeckschen Richtung, wie seine Caricatur 
xApOllO verleugnet und entwürdigta zeigt. 
N ekrolog 
VOIl 
0er, 
Kunstblatt 
1846
        

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