Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527214
stadt zu den reichsten Städten an mittelalterlichen Kunstschätzen, 
vorab im Gebiete der Architektin" und Plastik; wie wenig Boden 
jedoch speziell für den Maler war, hatte, wie oben dargestellt 
worden ist, Carstens gezeigt, Welcher gerade seinen fünfjährigen 
Aufenthalt zu Lübeck die düsterste Periode seines Lebens nennen 
mochte, so dass es wohl dessen grösstes Glück War, dass Vater 
Overbeek ihm den Weg nach Berlin und Italien bahnte. 
Denn eS fehlte dort gänzlich an Sammlungen, Lehrern und an 
empfänglichem Sinne der Bevölkerung. Wie aber ein Funke genügt, 
um da einen Brand zu erzeugen, wo dazu die Möglichkeit vorhanden, 
so genügten auch die dürftigsten Eindrücke bei dem gebornen Genius, 
um ihm seinen Weg in voller Klarheit zu zeigen, und es ist ganz 
glaublich, dass der Anblick jenes bedeutenden älteren Bildes, dazu 
später die gelegentlich gebotene Einsicht in die Zeichnungen der 
Gebrüder Riepenhaziscn nach Giotto, Massaccio, Perugino u. s. w. i") 
von entscheidendem Einflüsse auf ihn wurden. Zur romantischen 
Richtung drängten ihn die monumentalen Eindrücke seiner Vater- 
stadt, die Zeit seiner geistigen Entwicklung, der Verkehr mit älteren 
Freunden, die Literatur und seine eigene Anlage. Glaubt man 
doch Wackenroder oder Sternbald zu vernehmen, wenn man in einem 
seiner frühesten Briefe an A. Kestner liest: vLebhaft tritt die schöne 
Zeit wieder vor meine Seele, da ich Sie in Lübeck kennen lernte, 
da ich gegen Sie zuerst meine Gefühle über die Kunst schüchtern 
zu äussern wagte, da Sie mir zuerst, wenn wir des Abends im 
Laubgang auf- und abgingen, wie ein Engel vom Himmel Worte 
der Seligkeit sprachen, über Malerei und Dichtkunst, Dinge, die ich 
bis dahin aus keines Menschen Munde gehört hatte, und in denen 
ich doch so ganz mein eigenes Herz wiederfand    Es hatte dem- 
selben immer noch etwas Wichtiges gemangelt  die wahre Kunst, 
die ich in Lübeck vergebens gesucht hatte. Ach und ich War S0 
VOÜ ÜEWOU, Kleine ganze Phantasie war ausgefüllt mit Madonnen 
und Christusbildern, ich trug sie mit mir herum und hegte und 
pflegte sie, aber es war nirgends Wiederklangxc 
Bei solcher Disposition wäre eigentlich Dresden die zu empfeh- 
lende Akademie gewesen, an welcher der seinem ungenügenden 
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) Unter dem T1tel "GBSChIChtB der Malerex in Itali h   
lung, Ausbildung und Vollendung" zu Stuttgart 1810 in 214: ääelnlhrer Entwmb 
Reber, Kunstgeschichte. efichxenem
        

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