Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527006
verändert Ward. Bei weitem geringer erscheint damit verglichen der 
Triumphbogen des Carousselplatzes von P. Fr. L. Fontaine (1806), 
nicht 13105 wegen des sclavischen Anschlusses an das Vorbild des 
Constantinbogens, sondern auch Wegen seiner zwischen den mäch- 
tigen Bauten der Tuilerien und der an den Louvre angefügten Neu- 
bauten Wahrhaft winzig erscheinenden Verhältnisse. Ungleich ver- 
dienstlicher tritt dagegen das Hauptwerk B. Wgnorfs, geb. 1766, 
1- 1846, die Kirche St. Madeleine auf, womit der Küngtlgp das 
Problem, einen beträchtlichen Innenraum mit vier Flachkuppeln in 
der Gella eines korinthischen Peripteros zu entfalten, glücklich gelöst 
hat. Die römische Tempelarchitektur hatte damit eine so vortheil- 
hafte Wiedererweckung gefunden, dass man sich ihrer Form auch 
für Profanzwecke bediente, wie an dem stattlichen prostylen Börsen- 
gebäude zu Paris; mit besonderer Vorliebe freilich in England, wo 
von der Erbauung der Bank bis zu der des britischen Museums eine 
Reihe ähnlicher Werke entstanden. Die Hauptmeister der classicisti- 
schen Architektur aber waren Ch. Percier und der schon genannte 
Fontaine, beide in unzertrennlicher Gemeinschaft thätig, seit sie 
(1798) ein Kupferwerkf) publicirt hatten, welches den Sinn für die 
römische Bauweise in Paris wesentlich nährte. Von einer Reihe von 
Prachtbauten und Restaurationen ganzer Strassen von dem schon 
genannten Caroussel-Bogen bis zur Chapelle expiatoire auf dem" ehe- 
maligen Madeleinekirchhof zeichnet sich besonders das Treppenhaus 
des Louvre durch grandiose Haltung aus. Im sonstigen Ausbau des 
Louvrehofes aber lenkten sie mit Geschick in die Bahnen der fran- 
zösischen Renaissance ein, Welche im Laufe der nächsten Jahrzehnte 
die classicistischen Hüllen immer entschiedener sprengen sollte. 
Ist aber auch der architektonische Glassicismus Frankreichs 
zweifellos dem Deutschlands, wie ihn Schinkel ausgeprägt hat, unter- 
geordnet, indem er sich lediglich auf römische Vorbilder beschränkte 
und eine zeit- und zweckgemässe Verwerthung der antiken Bildung 
in freien und doch im classischen Geiste gedachten Conceptionen 
nur sehr ausnahmsweise aufwies, so steht doch die Classicität der 
französischen Architektur kaum niedriger als die der englischen, wo 
 Palais, maisons et autres edifices modernes, dessines ä Bome. Par. An. VI. 
Diesem folgte: Choix des plus celäbres maisons de plaisance de Rome et de ses 
environs. Par. 1809-1813.
        

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