Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526982
Kirchhofs zu Paris r), den wKönig von einem Engel getröstetc Clar- 
stellend. Dass sie J. P. Cortot, 1787-1843 mit dem Pendant wdie 
Königin von der Religion unterstützte nicht überboten, erhebt Bosids 
Werk noch keineswegs über das Niveau der Mittelmässigkeit, welches 
Cortot's Arbeiten trotz technischer 'l'üchtigkeit und verstündnissvoller 
Classicität namentlich im Relief M) niemals überragen. 
Bedeutender entfaltete sich der jüngste der hiehergehörigen 
Meister, der Genfer J. Pradier, geb. ca. 1792, i- 1852, wenn er die 
Aufgabe hatte, jugendlich weibliche Gestalten des praxitelischen 
Kreises herzustellen. Doch erscheint eines seiner berühmtesten Werke, 
die Psyche mit dem Schmetterling am Arme, in Stellung und Dra- 
pirung zu verwandt der unter demselben Dache befindlichen Göttin 
von Milo, als dass die Vergleichung abgewehrt werden könnte. Es 
ist lediglich sinnlicher Reiz ohne tieferen Gehalt, der uns, und zwar 
nicht ohne Uebertreibung und Ueberfülle entgegentritt. Besser erscheint 
sein Niobide, einen Pfeil aus seinem Rücken ziehend und die sog. 
Toilette d'Atalante, welche die Heroine sandalenbindend darstellt. 
Dass sein Hang zu ungewöhnlichen Stellungen, die Coketterie mit 
überraschenden Motiven ihn bis an sein Ende nicht verliess, zeigt 
seine sitzende Sappho (1852), welche in nahezu unanständiger Weise 
ihr Knie emporzieht. Vollständige Beherrschung aller technischen 
Mittel, Freiheit der Erfindung, Schönheit der Linien und überaus 
zarte Eleganz aller Formen ist jedoch an dem Meister unbedingt 
zu rühmen. 
Wie auffallend contrastirt namentlich Pradier mit den plastischen 
Classicisten Englands, einem R. Westmacott, J. Bacon dem jüngern, 
E. H. Bailly, W. Tallmache und anderen, deren Arbeiten vorzugs- 
weise unter den Grabdenkmälern von S. Paul aufgesucht, verglichen 
und  verwechselt werden können, indem sie alle mit Flaxmanü 
sehen Elementen noch immer die traditionellen Nachwirkungen der 
Zopfzeit verbinden. Schien doch gerade das enge Nebeneinander 
jener Werke fortschritttötltend einzuwirken, so dass mehr als ein 
Jahrzehend bis zur Blüthezeit Gibson's, der jedoch der Zeit nach 
über die in Rede stehende Epoche hinausfällt, vergeht, ohne dass 
 
in 
 An der Stelle, wo Ludwig XVI. und Marie Antoinette 
Kalk begraben worden sein sollen. 
 Mehres am Uarousselhogen und Arc de lüätoile. 
ungelöschtem
        

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