Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526974
loser Classicität und nicht minder die silberne Pax mit den vergol- 
deten Aehren, Kranz, Lorbeerzweig und Füllhorn (1806); in seinem 
xAIIIOP mit dem Schmetterlingw") aber scheint er sich auf einem 
ihm Weniger zusagenden Felde zu befinden. Dagegen bewegt er 
sich im Gebiete des idealisirenden Porträts mit grosser lileisterschaft. 
Das Hauptwerk in dieser Beziehung ist zwar 1814 beseitigt worden, 
nemlich die colossale Imperatoren-Statue Napoleons auf der Vendöme- 
säule, von Welcher nun schon zwei Nachfolgerinnen, die letztere 
bekanntlich in unseren Tagen, ein ähnliches Schicksal erfahren haben. 
Die Marmorstatue des Kaisers aber, Welche sich jetzt im Museum 
zu Berlin befindet, mit dem Code in der Hand dargestellt, gehört 
zu den trefflichsten und vollendetsten Porträtstatuen unseres Jahr- 
hunderts, was von dem Idealbildniss des Cincinnatus im Senatsaale 
wohl kaum gesagt werden könnte. Zu erwähnen ist noch, dass 
Chaudet mit Erfolg auch als Maler für den Classicismus thätig war, 
wie das vormals im Luxembourg befindliche Gemälde vAGIIGGS aus 
dem brennenden Troia tliehenda (1801) gezeigt haben soll. 
Auch F. J. Bosdo, geb. zu Monaco 1769, "i" Zu Paris 1845, 
verdankte seine Stellung als Classicist weniger seiner Schule (Pajou) 
als der classicistischen Anschauung seiner Zeit und dem eigenen 
Studium der Antiken wie der Nattu: Ohne sich, wozu nahe Gefahr, 
durch die langwierige Arbeit an den Reliefs der Vendömesäule künst- 
lerisch vernichten zu lassen, widmete er vielmehr seinen idealen 
Marmorwerken eine Sorgfalt, welche ihn zum Lehrer ganz besonders 
befähigte. Seine Schule ist demnach auch über die Gränzen Frank- 
reichs hinaus von Einfluss geworden. Seine Werke im Louvre sind 
schon dem Gegenstande nach als nichts anderes denn als Parade- 
bilder und Proben seiner Richtung zu betrachten, und entbehren 
jedes charakteristischen Gehaltes und jeder eigenen Bedeutung: S0 
der liegende Hyazinth, die Nymphe Salmacis und Aristaos. In allen 
ist vielmehr Canova'scher als Thorwaldsenscher ClaSSiCiSmüS Zu 
erkennen. Doch überwiegt an ihnen das Modellstudium (Hyacinth) 
und der gleichwohl geläuterte Realismus die Verwerthung des clas- 
sischen Vorbildes entschieden, wodurch Bosio bereits als einen Ver- 
mittler des Realismus sich darstellt. Wie äusserlich er jedoch hierin 
blieb, zeigt die Gruppe in der Chapelle expiatoire des Madeleine- 
Die 
im Louvre. 
sich 
befinden 
genannten Werke 
drei
        

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