Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526947
13g 
Buch. 
CRIF 
Der 
Glassicismus 
in 
Frankreich. 
hier ist dem Classicismus der Schule Wahrheit des Ausdrucks und 
der Geberden, verbunden mit entsprechend wärnierem Colorit bei- 
gegeben. Doch erscheinen Gerard's nachfolgende Bilder dieser Kate- 
gorie geringer, von seiner vPsyche, Amors ersten Kuss empfangendc, 
(1798) bis zu wDaphniS und Chloäs herab (1824)t"), in welchem 
letzteren die Nacheiferung nach Girodet hinsichtlich des geschlossenen 
Beleuchtungseffektes für die Leere der Darstellung keineswegs ent- 
schädigt. Dafür entfaltete sich in Gerard der Meister des Porträts, 
sder Maler der Könige und der König der Malerc, wie man ihn 
genannt hat, der erste, der alle manieristische Behandlung von den 
Zeiten Rigaud's her sammt der classicistischen Idealisirung und 
Bühncnattitüde abstreifte und zu feiner, in Haupt- und Nebensache 
wahrer und zeitgemässer Individualisirung zurückkehrte. Denn selbst 
ein David hatte noch nicht vermocht im Bildniss sich der Fesseln 
der Tradition zu entledigen, wovon vielleicht neben Napoleon auf 
den Alpen nur seine Recamiertt) eine Ausnahme macht, welche 
letztere freilich J. Meyer leider ohne Angabe des sicher nicht fehlen- 
den gewichtigen Grundes dem Gerard zuschreibt. Nur als Porträtist 
glänzte Gerard auch, wenn es galt, grosse Historienbilder von Zeit- 
ereignissen darzustellen, womit ihn vier nacheinanderfolgende Regenten 
Frankreichs von Napoleon bis L. Philipp beschäftigten. 
Es war auch schwer in diesem Gebiete neben demjenigen 
Künstler aus Davidls Schule aufzukommen, dem das gleichzeitige 
Geschichtsbild fasf als Domäne zugefallen erschien, nemlich J. G. 
Gras, geb. 1771 zu Paris. Durch Josephine's Protektion in das 
Gefolge Bonapartes gelangt, fand er reichliche Gelegenheit, seinen 
Historienbildern durch persönliche Erfahrung und Studien nach der 
Natur einen hohen Grad von Realität zu verleihen und nach ver- 
schiedenen Seiten hin die Banden der Classicität zu sprengen. Das 
Bildniss des Eroberers, wie er die Fahne in der Hand auf der Brücke 
von Arcole den Seinen voranstürmt MM), erwarb ihm die Gunst des 
Siegers und die Aufmerksamkeit des Publikums und er wusste beides 
durch sden Besuch Bonapartds bei den Pestkranken zu Jaffac, die 
 Beide im Louvre, das erstere von Godefroi, das zweite von 
gestochen. 
w) Im Louvre. Vorzügliche Photographie v. Braun in Dornach. 
'44) Auf Befehl Bonapartds von dem Mailänder Longhi gestochen. 
Richome
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.