Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526939
Mondstrahl, dem Amor durch Auseinanderbiegen des Gesträuches 
den Weg bahnt, darstellend. Den früh angeschlagenen Ton mit 
seinen nächsten Werken xHippokrates die Geschenke des persischen 
Königs zurückweisenda und vDanaee (Madame Simon) wieder ver- 
lassend, wusste er auch in dem von Napoleon bestellten wunder- 
lichen Bilde vOssian empfängt die Schatten französischer Generäle 
in den elyseischen Gefildenwk), wie selbst in der effektvollen wSccne 
aus der Sündfluthßpk) sein Feld nicht wieder zu finden, so grossen 
Erfolg er auch in dem letzteren Werke durch den dargestellten 
Moment, in Welchem der Ast bricht, an dem sich der von Vater, 
Weib und Kind belastete Mann klammert, errungen hat. Erst 1808 
mit wAtalzUs Begräbnisse reit) (nach Chateaubriand) fand der Künstler 
wieder Gelegenheit, der ihn beherrschenden elegisch-romantischen 
Stimmung und zugleich seinem Hang zu brillanten Beleuchtungs- 
effekten Ausdruck zu geben. Es war damit zum erstenmale die 
romantische Stoffwelt in die Kunst eingeführt worden, wenn auch 
noch in classischer Formgebung. Doch entbehrt diese die sorgfältige 
Modellirung nach der Antike wie nach dem Modell, um die däm- 
merige Gesamintwirkung bei der auch hier wie beim Endymion 
geschlossenen Beleuchtung von rückwärts nicht zu beeinträchtigen 
und das Interesse auf den schwärmerischen Ausdruck der Köpfe 
zu conccntriren. Ueber den plänkelnden Vorläufer der Romantik 
hinauszugehen, war ihm jedoch nicht vergönnt; denn wie vorher 
der David'sche Classicismus ihn zurückhielt, so fesselten ihn nachher 
kaiserliche Aufträge zu bildlicher Verherrlichung des Ruhmes Napo- 
leons, und nur sein wPygmalion, der seine geliebte elfenbeinerne 
Statue lebendig werden siehta (nach einer Ovid'schen Metamorphose), 
bot noch einigen Anlass zur Thätigkeit nach einer dem Künstler 
adäquaten Richtung. 
Einen ähnlichen Anlauf hatte F. Gärard, geb. zu Rom 1770, 
1- zu Paris 1837, genommen, und seinen Ruhm 1795 durch den 
bekannten xBelisark erlangt, welcher seinen von einer Schlange 
tödtlich verwundeten Führerknaben auf dem Arme tragend, blind 
neben einem Abgrunde mit dem Stabe den Weg suchti"). Auch 
v. Godefroi. 
Boucher-Desnoyers. 
 Leuchtenberg-Sammlung in St. Petersburg, gest. 
 Louvre, lith. v. Aubry-le-Comte. 
 Louvre, gest. V. B. U. Massard. 
T) Leuchtenharg-Sammlung, St. Petersburg; gest. v,
        

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