Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526929
Zwecke zu malen mit der Bemerkung zurückwies, er wolle es nur 
thun, wenn man ihm hiezu den Kopf des Königs brächte, wandte 
er sich doch in seiner Kunst von allen Stoffen ab, welche mit seinen 
politischen Anschauungen in Zusammenhang gestanden wären, und 
ging in seinen letzten Werken wAmor und Psychec, {Felemach und 
Eucharisc, wMars von Venus und den Grazien entwaffnetc entschie- 
den abwärts. Bei immerhin tüchtiger Formgebung verrathen sie 
statt der erstrebten Anmuth vielmehr nur energielose Leere und 
lediglich akademischen Formalismus. Ohne sein Vaterland wieder 
zu betreten starb der Künstler zu Brüssel 1825, 
Gleichwohl blieb sein Einfluss als Lehrer bis an seinen Tod 
der umfassendste jener ganzen Periode und selbst weit über die 
Gränzen Frankreichs hinausreichend. Auch ist nicht zu leugnen, 
dass die ernste Zucht und Methode, welche sein Beispiel wie sein 
Wort in die entartete Eklektik seiner Zeit brachte, von vortheilhafter 
Wirkung war, umsomehr als er den Genius seiner Schüler in ihren 
eigenen Kunstanschauungen weniger hemmte, als diess in seiner 
Art zu liegen scheinen mochte. So sind denn auch namhafte Talente 
unter seiner Anleitung gediehen, welche schliesslich und zwar nach 
verschiedenen Richtungen viel weiter gingen als ihr Meister. Kann 
diess auch von seinen Zeitgenossen, zum Theil Mitschülern und erst 
später in seine Bahnen gezogen, wie G. Lethiäre (T 1832), J. G. 
Drouais (1- 1788), F. A. Vincent (1- 1816) und J. B. Regnault 
(1- 1829) kaum gesagt werden, selbst nicht von dem berühmteren 
Schüler des letzteren, P. Guörin (T 1833), so bleibt gewiss den drei 
Theilnehmern und Nachfolgern seines Ruhmes, Girodet, Gerard und 
Gros das Verdienst auf der erworbenen David'schen Grundlage die 
bahnschaffenden Brücken von der Glassicität zur Romantik , zur 
malerischen Realität und zum Geschichtsbilde geschlagen zu haben. 
A. L. Gdirodet (Trioson), geb. zu Mßntargis 1767, 1- zu Paris 
1824, war frühzeitig zu David gekommen und hatte sich dessen 
classicistische Art bis zu hohem Grade eigen gemacht, so dass der 
Lehrer ihn als ))Seln schönstes Werks bezeichnen konnte. Für ihn 
war jedoch die classische Form nur das Gefäss, in welches er seine 
malerischen Ideen goss. Diess verrieth schon sein erstes 1792 aus- 
gestelltes Werk, den schlafenden Endymion t) verklärt von einem 
Im 
Louvre, 
8Cst_ 
Chatillon.
        

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