Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526919
blikanischen folgenden cäsarischen Geist bedingt. Das frührömische 
Ideal verwandelte sich einfach in ein spiitröinisclies; denn nicht bei 
einem Achill oder selbst Alexander, sondern bei Cäsar knüpfte Napo- 
leon an. Der Uebergang war so naturgemäss, dass auch David, 
welcher schon während seines Processes nach Robespierres Sturz 
keineswegs catonische Anschauungen an den Tag gelegt, der allge- 
meinen Strömung folgen konnte. Napoleon brauchte nur die Hand 
zu bieten, um den Künstler zu sich herüberzuziehen, brauchte nur, 
als sich der Künstler anschickte, nach Vollendung der Sabinerinneil 
einen aLGOHlÖlEIS an den Thermopylenk auszuführen, das Wort fallen 
zu lassen, dass er nicht begreifen könne, wie ein David sich mit der 
Darstellung von Besiegten befassen könne, und des Künstlers Pinsel 
stand ihm zu Diensten. Des Consuls Reiterbildniss, den Helden von 
Marengo auf dem Wege über die Alpen darstellend ö), führte diesen 
zur Verherrlichung des neuen Cäsaren. Mit dem modernen Geschichts- 
bilde freilich musste er auf seine Hauptstärke, den geschilderten 
Classicismus und die Darstellung des Nackten verzichten, wofür der 
übrigens coloristisch schwache Gewänderprunk, wie er in dem 
vKrönungsbildea und in der aVertheilung der Adlerköü) entgegen- 
tritt, durchaus nicht entschädigen konnte. Der Künstler musste 
diess selbst gefühlt und sich glücklich geschätzt haben, nach Vollen- 
dung derselben wieder zu seinem Leonidas WM) zurückkehren zu 
können, dessen Vollendung die letzten Jahre des Empire ausfüllte. 
Bei der Rückkehr der Bourbons konnte er nach seiner Ver- 
gangenheit nicht in die Amnestie eingeschlossen werden, und so 
ging er nach Brüssel in die Verbannung. Auch dort war seine 
Stellung geehrt und von Einfluss, er war übrigens seinem Vater- 
lande dort näher und seiner Muttersprache nicht so entrückt, Vvie 
es in Berlin der Fall gewesen wäre, wesshalb er eine ehrenvolle 
Berufung des Königs von Preussen, Welcher ihm das Direktorium 
der Berliner Akademie anbot, ablehnte. David's Schöpfungen im Exil 
sind freilich mit seinen früheren kaum zu vergleichen. Obwohl sich 
gleichbleibend in seinem Hass gegen das französische Königthum, 
und so unfähig selbst einen Schritt zu seiner Begnadigung zu thun, 
dass er vielmehr den Vorschlag, ein Bild des Königs zu diesem 
Versailles. 
a") Im Schloss zu Berlin. 
 In der historischen Gallerie zu 
m") Im Louvre, gest. v. Langier.
        

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