Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526876
Künstler an's ilVerk gegangen, hatte ihn überdiess veranlasst, genauere 
Studien hinsichtlich des Costüms, Beiwerks u. s. w. zu machen, als 
es sonst nöthig geschienen, und desshalb das Werk in Rom auszu- 
führen. Die Neuheit der von der sonst üblichen nun ganz ab- 
weichenden Auffassung, die classische dem römischen Statuenvor- 
rath abgelauschte und doch durch Modellstudien in's Malerische 
übersetzte und belebte Formgebung überraschte selbst in Rom und 
als dort kaum. Mßngs Name verklungen war, stand der des ener- 
gischen Franzosen an dessen Stelle. 
Der Vergleich des ltlengsschen Musen-Gemäldes in der Villa 
Albani mit David's bahnbrechender Schöpfung konnte auch nur 
zum Nachtheil des ersteren sein. Mengs hatte Statuen copirt und 
kaum genügend arrangirt; David hatte die Formen derselben durch 
Modellstudien lebendig gemacht, statt Bildsäulen römische Menschen 
gegeben und war dadurch zu freier Gomposition befähigt worden. 
Dass diese schlecht gelungen, ohne Einheit hier leer, dort zu gehäuft 
war, wurde übersehen, konnte auch mit dem Gegenstande entschul- 
digt und als absichtlich, um die Wirkung drastischer zu machen, 
erklärt werden. Mengs hatte den alten eklektischen Boden nur 
gelegenheitlich, versuchsweise und überzeugungslos verlassen und die 
alte Weise wie die classicistische manieristisch betrieben; David hatte 
seine Tendenz schon in den vorausgegangenen Versuchen entschieden 
ausgeprägt, und liessiseine neue Art nicht mehr als Manier, sondern 
als ausgebildeten Styl erscheinen. Für Mengs endlich war der Gegen- 
stand an sich bedeutungslos und herkömmlich wie vom Besteller 
abhängig; die Horatier dagegen erhoben sich durch ihre Beziehung 
auf die Zeitanschauungen, durch das Uebergewicht der Stotfwahl 
und des Gedankens sogar zum entschiedensten gegenständlichen und 
patriotischen Interesse. So populär War daher in Frankreich viel- 
leicht noch kein Bild gewesen, so dass es sogar wie einst die Werke 
Watteau's auf die Mode einwirken konnte, indem die Damen anfingen, 
das Haar und bald auch das Gewand so zu tragen wie die Schwestern 
der Horatier. 
Das darauffolgende Gemälde aTod des Sokratess, 1737 auf B9- 
stellung eines Privatmannes geschaffenß), gehört wieder zu den oben 
charakterisirten sentimental und declamatorisch pathetischen Werken, 
Im 
Louvre, 
Eesp 
Massard.
        

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