Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526843
Richtungen hin und in allen herxßorragendenCulturläindern in der 
Luft lagen. 
Den Spaten hatte schon J. III. Wen (1716-1809) anzulegen 
gesucht, aber zu kraftlos gehandhabt. Hier und dort beschncidend, 
aber ohne Princip, bald der Antike nachstrebend, dann wieder in 
den Geleisen seiner Vorgänger, nicht selten in einem und demselben 
Werke getheilt zwischen der manieristischen Richtung seiner Zeit 
und dem Modellstudium, wie zwischen malerischem und Reliefstyl 
erwarb er sich nur das zweifelhafte Verdienst, nach verschiedenen 
Seiten hin die Ansprüche leidlich befriedigt zu haben, wie unter den 
Deutschen Mengs bald den Caraccisten, bald den Correggrianer und 
bald den Classicisten vorzukehren vermochte. Und wenn er auch 
mehr als Mengs den Classicismus mit Naturstudium gepaart in den 
Vordergrund stellte, so war doch wieder sein künstlerisches. Talent- 
geringer, als das seines deutschen Zeitgenossen, so dass er kaum 
eine kunstgesch-ichtliche Stellung liiehaulaten könnte, wenn ihm nicht 
eine hervorragende Rolle als Lehrer beschieden gewesen wräre. Denn 
neben Vincent und Regnault wtar es namentlich der Reformator der 
französischen Schule, der aus seinem Atelier hervorging, Jaqzees 
Louis Davidt). 
Geboren 1748 zu Paris schien dieser als Verwandter Boucheris 
gleichsam durch die Beziehungen seiner Geburt dazu bestimmt in 
die Bahnen jener graziösen Kunst einzulenken, welche in einem 
frühem Abschnitte charakterisirt worden ist, und in der That fielen 
seine ersten Arbeiten, ein Porträt der Tänzerin Guimard und die 
Vollendung der von Fragonard begonnenen Ausschmückung ihres 
Hauses in dieses Gebiet. Allein durch Boucher selbst an Vien 
empfohlen fühlte er sich Wohler in den classischen Aufgaben, wie 
sie die Akademie in formaler Absicht behufs der Preisgewrinnung 
in Paris wie andeiwvärts zu stellen pflegte. Vielleicht. verhinderte 
aber gerade die leichte Weise, in welcher die Akademie die Kritik 
solcher die Weiterentwicklung nicht eigentlich berührender Schul- 
arbeiten zu üben gewohnt war, bei dem jungen Manne wiederholt 
den Erfolg, da dieser die Aufgaben wohl zu ernst auffasste, als dass 
die Lehrer, welche nichts weiter wollten, als entsprechende Höhe 
 
 Deläcluze, Louis David, son äcole et son temps. Par. 1855.  
Gesclnchte der modernen französischen Malerei seit 1789. Lpz. 1867. 
Meyer,
        

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