Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526792
Der zweijährige Aufenthalt daselbst sollte jedoch vorerst, aller 
Erwartung entgegen, seine classische Richtung keineswegs befestigen. 
Drei Mächte schienen sie vielmehr zu bekämpfen: sein malerischer 
Sinn, der ihn zum Landschafter drängte, der Hang zu wissenschaft- 
lichen Publicationen, und die bereits erwachte Vorliebe für die 
Schöpfungen der Romantik. Er wird nicht müde, grosse landschaft- 
liche Ansichten mit der Feder oder dem Stifte zu zeichnen oder in 
Sepia, Tusche und Gouaehe auszuführen f). Sie verrathen noch viel- 
fach seine Zeit in dem unvollkommenen Colorit, in "conventionellen 
Formen des Baumsehlages u. s. w., auch sind die älteren keines- 
wegs frei von den Gebrechen des Autodidakten, welchem haupt- 
sächlich Stiche nach Claude und Poussin die Anregung gegeben zu 
haben scheinen; sie erheben sich aber immer über Veduten und 
entbehren nie der Bedeutung. In ihnen nähert sich der Künstler 
vielfach dem J. Koch, ohne jedoch der Energie der Farbe dieses 
nachzustreben. Auch für ihn ist Landschaft von der menschlichen 
Cultur unzertrennlich. vRelne Landschaftenc, sagt er selbst, xlassen 
Sehnsucht und Unbefriedigung in der Seele zurück .  . und der 
Reiz der Landschaft wird erhöht, indem man die Spuren des Mensch- 
lichen recht entschieden darin hervortreten lässt, entweder so, dass 
man ein Volk in seinem frühesten goldenen Zeitalter ganz naiv, 
ursprünglich und im schönsten Frieden die Herrlichkeit der Natur 
geniessen   . oder dass man in ihr die ganze Fülle der Cultur 
eines höchst ausgebildeten Volkes sehen lässtß In beiden Fällen 
bewegte sich der Künstler auf dem Boden der idealen classisehen 
Landschaft wie Koch, wenn auch mit mehr Betonung und phantasie- 
vollerer Entfaltung der architektonischen Gebilde seiner idealen Welt. 
Selbst die Ansichten, die er aus Italien mitbrachte, tragen von diesem 
Geiste die Spuren, welchem er nach seiner Rückkehr in den für 
die Gropiusschen YVeihnachtsausstellungen hergestellten Panoramen, 
worunter die sieben Weltwunder nach den noch erhaltenen Skizzen 
auch baukünstlerischen Werth hatten, noch ungebundener zu hul- 
digen vermochte. 
Neue Erscheinungen im Gebiete der Architekturgescliichte, wie 
die unteritalischen Werke des Mittelalters, fesseln ihn dergestalt, dass 
er einem Berliner Buchhändler den Plan zur PIerausgalJe eines von 
Woltmamz. 
hinke 
SC 
als Male-x 
Zeitschrift. 
ild. 
Kunst 
1868.
        

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