Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526787
schaften malte und dem Kunsthandwerk die regste Aufmerksamkeit 
widmete, sehen, wie sich alles diess der Architektur unterordnen 
und mit ihr verbinden lasse, und trat daher unverzögert in seinen 
grossen Beruf ein. Und wie Thorwaldsen rückhaltlos dem Carstens 
die entscheidende Anregung, ja walles was er seiß verdankte, so 
nannte auch Schinkel den Gilly vden Schöpfer dessen, was er sei,(( 
und erklärte, dass er mvenn das Geringste in ihm atifkeime und 
einigen Fortgang finde, er diese Vortheile allein dem lehrreichen 
Umgang mit Gilly zuzuschreiben habeat Dürfte aber mit diesen 
Worten die jugendliche Bescheidenheit wohl zu weit getrieben sein, 
wie auch in der That G. Schadoxxds Wort, das Schinkeln nur als 
einen zweiten Gilly gelten lassen will, über das wahre Verhältniss 
hinausgeht, so ist doch schon durch diese Urtheile der beiden grossen 
Zeitgenossen hinsichtlich der Bedeutung; Gillyts Entscheidendes gesagt. 
Geboren zu Neu-Ruppin 1781, als der Sohn eines Pfarrers, hatte 
Carl Fried. Schinkelit) erst sein 17. Lebensjahr erreicht, als er bei 
dem Oberbaurath D. Gilly den ersten Unterricht empfing und kurz 
darauf zu dem eben von einer grösseren Studienreise zurückgekehrten 
F. Gilly gelangte. Indess konnte er des Letzteren Belehrung; kaum 
mehr zwei Jahre geniessen, da Gilly's früher Tod das Verhältniss 
löste; aber der jugendliche Genius hatte dennoch bereits gelernt die 
Schwingen zu entfalten. Doch vermochte auch er vorläufig nicht 
den Weg zu einer Bauthätigkeit zu finden, die grösser gewesen Wäre 
als sie seinem Lehrer beschieden war. Nachdem er die Privatbauten 
des Verstorbenen ausgeführt, versiegten sogar die kleineren Aufträge, 
und der Künstler hatte Musse, das Engagement. an einer Fayence- 
fabrik anzunehmen, welches ihm ein kleines Einkommen sicherte, 
aber auch hinsichtlich der Entwicklung seines (lecorativen Geschmackes 
nicht ohne Vortheil war. 1803 hatte er soviel erübrigt, um eine 
Reise nach Italien antreten zu können. 
a") F. Kugler, C. F. Schinkel. Eine Charakteristik seiner künstlerischen 
Vvil-ksanqkeif" Berßn 1342, 0_ F, Gruppe, C. F. Schinkel und der neue Berliner 
Dom. Berl. 1843. G. F. Waagen, Sehinkel als Mensch und als Künstler. Berliner 
Kalender 1844. C. Bötticher, U. F. Schinkel und sein luaukünstlerisches Verhältniss. 
Berl. 1857. A. v. Wolzoge-az, Aus ScliiukePs Nachlass. Reisetagebücher, Briefe 
und Aphorismen. Berl.1862-63. Ders, Schinkel als Architekt, Maler und Kunst- 
philosoph. Berl. 1864. H. Grimm, Tjebcr Schinkel und die Anfänge der modernen 
Kunst. Berl. 1867.
        

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