Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526762
erreichte die Bedeutung seines Namensvetters nicht. In classicisti. 
schen Werken nicht ohne Verdienst erscheint er dagegen von der 
prosaischsten Trockenheit in geschichtlichen Darstellungen, wie Seine 
Reliefs am Piedestal der Denksäule des Stuttgarter Schlossplatzes 
beweisen, welche in den Schlachtscenen von La Fere Champenoise, 
Brienne und Sens bei sehr correcter Nachbildung nach dem Leben 
(besonders in den Pferden) aber bei völligem Mangel an plastischer 
Stylisirung wie an Poesie nur die nüchternste Darstellung des Vor- 
gangs, zerstückt in zusammenhanglose und bedeutungslose Details, 
geben. Als der hervorragendste Nachfolger Danneckeids dürfte 
C. Weitbrccht aus Stuttgart zu nennen sein, dem allerdings eine 
(lrückende Jugend, wie seine Verwendung als Modelleur in der Eiggn- 
giesserei zu Wasseralfingen manche Fesseln auferlegt und ein früher 
Tod (1837) ein vorzeitiges Ziel gesteckt hat. Dennoch scheint er 
durch seinen Fries im Festsaal zu Bosenstein f) die vier Jahreszeiten 
oder vielmehr ländliche Beschäftigungen darstellend, die Arbeiten 
seiner Collegen daselbst durch frische Unmittelbarkeit, Lebendigkeit 
und Formgefühl überboten zu haben. Zur  
schen Schülergruppe sind ferner J. H. Zwerger aus Donaueschingen 
und H. Imkof aus Bürglen (Uri) zu zählen, welche jedoch ihrer 
hauptsächlichen Thätigkeit nach einer spätern Periode angehören, 
ohne übrigens selbständige Bedeutung zu erlangen. Ausser diesen 
dürfte der unter Thorwaldsens Einfluss stehende deutsche Bildhauer 
J. Schaller, geb. zu Wien 1777, 1' daselbst 1842, vorwiegend im 
Bildniss thätig und durch seinen A. Hofer in der Franziskanerkirche 
zu Innsbruck bekannt, beizuzählen sein; zahlreicher anderer Bild- 
hauer nicht zu gedenken, welche ohne hervorstechendes Eigenver- 
dienst mit mehr oder Weniger Tüchtigkeit in des Meisters Bahnen 
wandelten. 
Eine ähnliche Stellung wie sie Thorwaldsen für die Bildnerei 
der classicistischen Periode einnahm, behauptete in vielleicht noch 
umfassenderer Weise Schinkel im Gebiete der Architektur. Wir 
haben oben (Seite 91 u. f.) die architektonische Thätigkeit eines 
J. G. Langhans, H. Gentz, N. F. v. Thouret, F. Weinbfenner, 
L 
a") Der Entwurf befindet sich in 
Lith. v. Wenng. Stuttg. E829. 183a. 
der Marschalfschen Sammlung zu Carlsruhe.
        

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