Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526751
Germanentliuins bis zur Einführung des Christenthums bildet, mit 
einer gewissen Alasichtlichkeit den classischen T ypen aus dem Wege. 
Dass er in diesem Bestreben manchmal über die Gränzen plastischer 
Schönheit hinausfiel, ist von dieser Tendenz unzertrennlich; erklärlich 
aber auch, wenn er dann in seinem darauffolgenden Werke der 
Bavaria und den römisch gehaltenen Kampfreliefs am Siegesthor 
sich nicht mehr ganz in die idealen Bahnen zurückfand. Nicht 
selten fühlt man sich selbst an G. Schadow gemahnt, dessen 
schöpferische Leichtigkeit er jedoch kaum erreichte. Der Vergleich 
seiner Löwenquadriga mit Schadow's Viktorien-Gespann auf dem 
Brandenbtirgerthore wird jedenfalls Wagnern unvortheilhaft sein, 
was nicht blos auf Rechnung der trotz ihrer Schönheit an sich an 
dieser Stelle sehr tmgünstigg wirkenden Löwen zu setzen ist, sondern 
mehr in der auch hier nicht zu leugnenden Gewaltsamkeit der Stellung 
ihrer Lenkerin liegt. Composition und Charakteristik entbehren 
nemlich bei ihm stets des Naiven, zufällig und selbstverständlich 
Erscheinenden und verrathen vielmehr etwas Gesuchtes und Studirtes 
und nicht selten ein Zuviel von Ausführung und Detail, was nament- 
lich dem Idealen Abbruch thut und gelehrt prosaische Trockenheit 
an dessen Stelle setzt. Desshalb vermochte er sich auch gegen den 
wachsenden Ruhm seines jüngeren Landsmanns L. v. Schwanthaler 
nicht zu laehaupten, welcher jedoch, obgleich ebenfalls in den 
Jahren 1826 und 1832 bis 1834 der Unterweisung Thorwaldsens 
geniessend, sowohl der Zeit wie seiner mehr romantischen Anschauung 
nach in einer späteren Periode zu behandeln sein wird. Innnerhin 
aber überragte M. Wagner seine Münchener Kunstgenossen, wie 
J. Haller, geb. zu Innsbruck 1792, 1- zu München 1826, als dessen 
Hauptwerke einige Marmorstatuen der Glyptothekfacade zu betrachten 
sind, J. Leeb, geb. zu lNIennningen 1'790, "l- 1862 zu München, der 
ebenso wie jener auf Kosten des Königs Ludwig in Rom unter 
Thorwvaldsens Leitung seine Studien gemacht, aber später meist 
unter Schwanthalei" arbeitete; L. Schaller, geb. zu Wien 1804, "l- zu 
München 1865, von M. Wagner und Thorwaldsen gleich hoch ge- 
schätzt, und durch seinen Herder in "Weimar in weiteren Kreisen 
bekannt. Nicht minder seine Stuttgarter Zeitgenossen aus der 
Dannecker-Thorxitaldsen'schen Schule, namentlich den ältesten Schüler 
Danneckefs F. Distelbarth. Auch Th. Wagner, geb. zu Stuttgart 
1800, wie jener vornehn1licl1 im k. Lustschlosse Rosenstein thätig,
        

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