Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526725
Ihm zunächst steht H. Freund, ebenfalls ein geborner Deutscher 
(Bremen), 1' 1840 als Professor der Akademie zu Kopenhagen, 
Schon vor Bissen 1820 nach Rom gelangt, wurde er Thorwaldselfs 
intimer Freund und Genosse. Doch zeigte sich eine künstlerische 
Kluft hinsichtlich der Stoffe, zu welchen beide hinneigten. Denn 
auch Freund liebte wie Bissen die reckcnhafte nordische Sage, was 
Thorwaldsen so wenig gerne Sah, dass er geneigt war, derartige 
Arbeiten sogar zu verhindern. Sein hervorragendstes Werk und von 
bleibendem Verdienst ist der grosse cyklische Fries in Ghristiansborg, 
wRagnarokrk, den Untergang der Götter und der Welt, aus welchem 
nur der Alfader hervorgeht, darstellend ü). Auch die Werke aus dem 
Gebiete der griechischen Mythe, wie z. B. sein Mercur, verleugnen 
(las Hünenhafte nicht und lassen gleichsam noch den Schmiede- 
hammer erkennen, welchen Freund, bevor er zum Meissel griff, als 
ein moderner Q. Messys im Gebiet der Plastik zu Kopenhagen geführt 
haben soll. Andere nordische Bildhauer, welche in Thorwaldsens 
Atelier arbeiteten und seine Skizzen ausführten, wie Mathäi, Borup, 
Petersen u. s. w., können hier nur flüchtig erwähnt werden. Dass 
aber der unmittelbare Thorwaldseifsche Einfluss in Kopenhagen bis 
in die neuere Zeit herab in voller Kraft geblieben ist, zeigen auch 
die Werke J. A. Jerichazäs, dessen Fries die Hochzeit Alexander's 
mit Roxane darstellend in der That neben den Thorwaldsenschen 
Alexanderfries gesetzt werden darf, wie Theile desselben kürzlich 
auf der Wiener Ausstellung auch grösseren Kreisen gezeigt haben. 
Von den Italienern sind Tenerani, Galld, Marchctti, Piacetti, 
Tacca und Benaglia des Dänen hervorragendere Schüler , denen 
übrigens von den Schülern Canovals Tadolind, Azareli, Fabr-is, P0224, 
Baruzzi und Cecclzarini wenigstens das Gleichgewirln, gehalten wird, 
wenn nicht ihre Richtung selbst noch jetzt als die unter den Mar- 
morkünstlern des Apenninenlandes siegreiche zu nennen ist. Der Her- 
vorragendste von allen bleibt indess F. Tenermzitt), geb. 1'789 zu 
Torano bei Carrara, 1' 1869 in Rom. Erst bei Ganova, dann bei 
Thorwaldsen arbeitend, liess er sich schon 1819 durch seine fünfmal 
wiederholte Pandora als fertiger Meister erkennen. Seine Werke sind 
auch kaum von denen seines Lehrers, die übrigens auch oft von 
L 
a") Beschrieben im Schonfschen Kunstblatt 1841. S. 229. fg. 
H) TeneranYs Werke, Liitzow Zeitsch. f. bild. Kunst 1870. Beiblatt 
194.
        

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