Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526629
wenig im Geiste der Griechen, und eine Reihe von Skizzen, welche 
den Gelehrten wie den Künstler nicht befriedigten, brachen unter 
dem Hammer des Letzteren Wieder in Stücke. Da war es Carstens, 
welcher den Weg wies und selbst Impulse gab, so dass endlich, 
wie Thorwaldsen sagte, wder Schnee von seinen Augen illitllißc. 
Den Carstensfschen Einfluss aber bezeugte Thorwaldsen mit Wort 
und That, indem er einerseits wiederholt erklärte, wdass er Alles, 
was er sei, nur Carstens verdanke, und dass er ohne ihn schwerlich 
den rechten Weg gefunden haben würdet t), indem er ferner Sieh 
Mühe gab, Carstenssche Compositioneu, wenigstens in Copien zum 
Theil von eigener Hand, zu sammeln und endlich sogar seine früheren 
plastischen Compositionen nicht blos in Carstensscher Auffassung; 
sondern selbst nach'dessen Vorbildern entwickelte. Auf diesem Wege 
strebte er dem Vorwurf Zoega's hinsichtlich der zu sklavischen Nach- 
ahmung der Antike zu entgehen, und zivar, wie es scheint, zum 
erstenmale mit Erfolg in dem denkwürdigen Jason, welchen er nicht 
ohne Reminiscenz an Carstens' Argonautika und dessen Theseus 
zweimal nach einander in gesteigerter Tüchtigkeit schuf, um damit 
gleichsam eine Probe seiner Fortschritte abzulegen. Zoügas Züge 
heiterten "sich beim Anblick des zweiten Werkes auf, Canova sprach 
rückhaltlos von adem neuen und grandiosen Styl des jungen Dänena, 
Friedericke Brun pries das Werk nicht blos durch ein Gedichttü), 
sondern unterstützte auch den Künstler zum Zweck der Abformung' 
der Statue  allein des Künstlers römische Stipendienzeit näherte 
sich ihrem Ende, ohne dass Jemand Lust gezeigt hätte, ihn ernst- 
licher zu beschäftigen und dadurch als fertigen und selbständigen 
Meister anzuerkennen. Er hatte sich daher entschlossen, nach der 
Heimat zurückzukehren, vielleicht IlUgGWlSS, ob ihn nicht das Schicksal 
dazu bestimmt habe, sein karges Künstlerbrod wie sein Vater und 
er selbst in früheren Jahren, dadurch zu suchen, dass er wieder in 
die Bildschnitztwerkstatt an den XVerften von Kopenhagen zurück- 
ging, um Gallionbilder für dänische Fregatten zu schnitzen und zu 
ergänzen. Schon hielt im Spätherbst 1803 der Vetturin vor der 
1') E. Förster, Geschichte der deutschen Kunst. Bd. IV. S. S7. In ähnlicher 
Weise sprach sich Thorwaldsen dem Cornelius gegenüber aus. Vgl. Riegel in 
Fern0w's Carstens. S. 322. 
 In Wielamfs Neuem deutschen Mercur 1803. III. 485.
        

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