Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526598
Kobel], 
Di 
NVagenbauer, Kuntz. 
llis, Dorner, 
Die 
Architekturma ler. 
147 
Unterlande angesichts der Natur nicht blos seine Studien herzustellen, 
sondern zahlreiche Gemälde zu vollenden, eine Unmittelbarkeit, 
Wahrheit und selbst poesievolle Schönheit, welche seine gelungensten 
Schöpfungen, Wie z. B. die Gebirgslandschaft Nr. 314 in der N. 
Pinakothek zu München und die Flachlandschaiten in der Gallerie 
zu Augsburg zu wahren Meisterwerken, ihn aber im Gebiete der 
Landschaft zu einer Stellung erheben, wie sie sein Zeitgenosse G. 
Schadow im Gebiete der Plastik inne hat. Mit ihm verglichen er- 
scheint sein Mannheimer Gegenbild, U. Kuntz, geb. 1770, T zu Carls- 
ruhe 1830, der in seinen Thierbildern viel an ihn gemahnt, nur als 
tüchtiger Manierist. 
Von den übrigen Gebieten der Malerei wurde keines in dieser 
Periode nennenswerth vertreten. Namentlich das Genre, welchem 
die classicistische Richtung am meisten entgegen war, verhielt sich 
ganz untergeordnet; das Thierstück schloss sich wie billig an die 
Landschaft an, das Stillleben (Blumen und Früchtestücke) zehrte 
noch immer ausschliessend von den Niederländern. Nur im Archi- 
tekturbild liess sich die classische Strömung nicht verkennen: das 
Streben nach delicater Detailausführung und scharfem pastosen Linien- 
werk in den Lichtetfekten a la Neefs und Steenwyck machte einer 
grossartigeren, vielmehr an Piranesi gemahnenden Auffassung Platz, 
und an die Stelle von Kircheninterieurs traten vielmehr schwere 
gedrückte, am liebsten gruft- und kellerartige Räume, deren Massen- 
haftigkeit höchstens die Aussclnnücktlng in dem seit David, Wein- 
brenner und Langhans beliebt gewordenen toscanischen Style zuliess. 
Dieser Richtung, welche vornehmlich in Wien ihre Vertretung fand, 
gehören an J. Platzer, geb. zu Prag 1752, 1' zu Wien 1806; J. N. 
Scködlberger, geb. zu Wien 1779, 1- ebenda 1853; A. de Pian, geb- 
zu Venedig 1784, 1- zu Wien 1851 u. s. w., die Sammlung des 
Belvedere bewahrt mehrere bemerkenswerthe Gemälde derselben. 
 
Wie aus dem Bisherigen hervorgeht, war es nicht das Feld der 
Malerei, auf Welßheln die Carstenssche Saat die besten Früchte trieb. 
Das verhinderte die allzu kurze Dauer der classicistischen Gesammt- 
anschauung, das Hereinspielen mehrerer zum Theil ähnlicher Schul- 
tendenzen (Mengs und David) und die Zähigkeit der Tradition, deren 
Ausrodung nicht so vollständig gelungen War, (lass nicht die ver-
        

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