Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526491
Schick. 
Koch 
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geschüttelt. Sein Weg war daher auch der einzige, der aus dem 
18. Jahrhundert in das 19. herüberfiihrte und nicht im Sande ver- 
lief, und den die Bahnen der Romantiker zwar zu durchkreuzen, 
aber nicht zu verwischen vermochten. Denn aus der Schaar dieser 
selbst sollten später hervorragende Kräfte ihn Wieder betreten und 
Wandeln. W. Schadow erklärte sogar geradezu, in Schick's Apoll 
unter den Hirten wzum erstenmal alles erfüllt zu sehen, was er 
suchtea und bedauerte es sehr, dass ihm mit dem Künstler nur ein 
Jahr des Verkehrs vergönnt gewesen sei. 
Eine nicht geringere kunstgeschichtliclie Stelle wie Schick, wenn 
auch in ganz anderer Weise, nahm dessen latiniger Zeit- und Kunst- 
genosse Jos. Arzt. Koclft) ein, geb. 1768 zu Obergielaeln im obern 
Lechthale. Er ist keineswegs der erste namhafte Künstler, den im 
vorigen Jahrhundert Tirol hervorgebracht, wo sich um den vortreff- 
lichen M. Knoller eine ansehnliche Schaar tüchtiger Kräfte gereiht 
hatte, so dass das Alpenland seit der Mitte des 18. Saeculum auch 
mit sonst eultivirteren deutschen Landen getrost sich messen konnte; 
allein Koch stand in seinem Entivicklungsgange weder in irgend 
einem Zusammenhang mit jenen geschickten und kunstfertigen Pla- 
fond- und Altarbildmalern, noch kann er als Vollbluttirolcr gelten, 
da seine Mutter eine Goblenzerin war, welche sich sein Vater als 
 am Rheine geholt hatte. Es kann daher kaum 
Wunder nehmen, wenn des Vaters ausgedehnter Verkehr vom lilelsch- 
land bis an den N iederrhein wie mütterliche Anerbung" und Erziehung 
dem Knaben jene Lebhaftigkeit und die weitspannende und um- 
tassende Anschauung von seinem Berufe einimpften, im Vergleich 
mit welchem seine künstlerischen Zeitgenossen fast insgesammt als 
engherzig erscheinen. Wollte er sich doch niemals zur Beschränkung 
auf ein gewisses Gebiet der Malerei entschliessen und in seiner Jugend 
508111" lediglich den Künstler anstreben, indem er die Frage Dän- 
 
k) J. A. Koch, Moderne Kunstchronik. Briefe zweier Freunde in Rom und 
der Tartarei über das moderne Kunstlehen und Treiben oder die Rumfordische 
Suppe. Carlsruhe 1834 (lesenswerthe Kunstsatyre). D- F. Strauss, J- KUCITS 
Gedanken über ältere und neuere lilalerei, kleine Schriften biographischen, 
literar- und kunsthistorischen Inhalts. Lpz. 1862 I. S. 302.R.11Iarggraff', Lebens- 
skizze des lilalers J. A. Koch, Münchener Jahrhücher für luildende Kunst, Lpz. 
1840 14. 266. A. Andreseoz, die deutschen liIaler-Radirer des 19. Jahrh. Lpz. 
1866, I. Band.
        

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