Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526481
keineswegs freie Zustand des Künstlers, welcher seiner zum Schwär- 
merischen geneigten Empfindung diese Richtung gab. Körper und 
Geist aber scheinen ihre Spannkraft gleichmässig' verloren und jener 
Ueberreiztheitt) Platz gemacht zu haben, wie sie sich hier darge- 
than. Nachdem ihn die Sehnsucht nach der Heimat nach Stuttgart 
zurückgetrieben, machte ein Herzleiden, das man einer erlittenen 
Iirärikuiugtt") zugeschrieben, seinem edlen Leben schon im 33. Jahre 
ein Ende.  
Wie nach dem Obigen die herrschende bequeme Anschauung 
kaum zu rechtfertigen ist, welche in Schick lediglich den Nachfolger 
Carstens zu erkennen pflegt, da ein unmittelbarer Zusammenhang 
und eine besondere Werthschätzung des letztern von Seite des 
Künstlers entschieden nicht nachzuweisen sein dürfte, so ist es auch 
falsch in einer wenn auch nur zufälligen Verwandtschaft der beider- 
seitigen künstlerischen Weise den Hauptwerth von Schick's Erschei- 
nung zu suchen. Denn seine Bedeutung beruht in der That weniger 
auf der Nachfolge der Garstensschen Kunstprincipien als vielmehr 
darauf, dass er das Vermittlungsglied zwischen jenem und einer 
späteren Reihe wurde, welche W. Schadow in der Düsseldorfer 
Schule eröffnete. Er ist als der Vorläufer jener wtüchtigena Schule 
zu betrachten, welche der formalen und technischen Durchbildung 
mindestens dieselbe Aufmerksamkeit widmete, wie der Composition 
und dem Inhalte. Schick war das Talent, welches Kraft genug 
besass, ohne totalen Bruch mit der Vergangenheit und ohne unbe- 
dingte Hingabe an ein Vorbild in die neuen Bahnen einzulenken, 
ja sogar neue zu eröffnen. Während sonst die Akademiker, wie 
W. Tischbein in Neapel und Hamburg, Hartmann in Dresden, Füger 
in YVien, Gtiibal und Hetsch in Stuttgart, Langer in Düsseldorf und 
lllünchen u. A. zögernden Fusses dem neuen Geiste Coneessionen 
machten und doch bis spät in das 19. Jahrhundert herein nicht aus 
den alten Geleisen herauskamen, indem sie sich des Uebergewichtes 
einerseits des mengsischcn Eklekticismus und anderseits Davidscher 
Einflüsse nicht zu erwehren vermochten, schritt Schick rüstig v0r-. 
wärts, und hatte längst vor ihnen den alten Staub von den Schuhen 
L 
 k) R. Schöne, drei Briefe von Schick 
Ißhtthellungen über bildende Kunst 1865. S. 
 Haakh a. a. 0. s. 301.  
seiner 
und 
289. 
Gattin. 
Becensionen 
und
        

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