Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526458
Schick. 
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Weit vorg-esclirittener erscheint der Künstler bereits in seinem 
nächsten gPÖSseren Bilde, adas Dankopfel" Noilhisttii) darstellend- 
In der Mitte verzehrt die Flamme des Brandopferaltars eine Taube. 
Noah vor demselben stehend breitet in würdevollem Ernst seine 
Arme zu Gott empor, der mit neun Engeln herabschwebt. Im Vor- 
dergrunde schlachtet einer der Söhne Noalrs einen Widder, ein anderer 
empfängt reizvoll emporblickend in einer Schale das Opferblut, 
während der dritte, den Blick der göttlichen Erscheinung zugewandt 
und seine Linke auf eine halbnackte blonde Schwester gelegt, hinter 
Noah kniet. Von besonderer Schönheit sind die beiden von linksher 
nahenden Mädchen, das eine einen Früchtekorb tragend, das andere 
bekränzt betend. Im Hintergründe steht die Arche, aus Welcher 
eben die Thiere paarweise ziehen. Die vatikanischen Einflüsse, so- 
wohl von den Stanzen wie aus der Sixtina, sind hier bereits unver- 
kennbar und vorherrschend, die Composition belebt und mannigfach, 
die Formgebung ohne akademische Trockenheit, das Colorit har- 
monischer, dem Frescoartigen zustrebend. Im Sommer 1805 im 
Pantheon ausgestellt, zog das Gemälde den kunstsinnigen Theil der 
T iberstadt dahin und sein Ruhm War bald so unbestritten, dass die 
hervorragendsten Persönlichkeiten den Künstler in ihre Kreise zogen 
und namentlich mit Porträtaufträgen überhäuften. Der letzteren 
entledigte er sich trotz seines Widerivillens gegen dieselben da mit 
Erfolg, wo die Modelle auch in seiner Empfindung' Funken schlugen, 
wie diess namentlich die Gemälde aus dem W. v. Humboldfschen 
Familienkreise M) laeweisen, welche damals die Werke der gefeierten 
Angelika in Schatten stellten und sich selbst jetzt noch der Aner- 
kennung der Künstler erfreuen. 
Das bittere Glück einer langlaokämlafteil, doch endlich seinen 
Ehrgeiz besiegenden schiväirmerischen Liebe zu Emilie Wallis, der 
Tochter eines englischen Landschaftmalers, mit welcher er sich 
endlich am 31. Dez. 1806 zu Livorno vermählte, hatte den Anlass 
zu einem dritten grösseren, seinem Hauptwerke gegeben, welches 
allein seinen Urheber unsterblich machen würde. vMeill 1111161135 ist, 
Schreibt er nach vollzog-euer Verlobung mit Enlilie H11 Seine Ge- 
A 
t) Ehendaselbst Nr. 278. 
a") Jetzt im Schlosse zu Tegel. Vgl. 
Humboldt. Bd. II. Stg. 1845  102. 
Schlesier, 
E1 
11118 
rungen 
311
        

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