Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526428
Anstoss zu einer Kteriinderung- seiner Richtung durch Qarsteris oder 
dessen persönliche Freunde erhielt. Es muss jedenfalls auffällig 
erscheinen, dass in seiner umfassenden publicirten Corresponclcnz der 
Name des Carstens niemals erwähnt wird, dass auch Thorwaldsen 
nur in einer Weise genannt wird, die auf einen näheren Verkehr 
nicht schliessen lässt, Fernow aber ohne irgend ein sein Verhältniss 
zu jenem Martyrer der Kunst bezeichnendes Wort, während Jos. 
Koch vorwiegend als Landschafter erwähnt wird. Zu näherem Ver- 
laehr machte ihm übrigens der letztere einen zu tollen Eindruck, so 
dass ihn Schick geradezu den ))I1äP1'lS('l1Gl1(( Koch nennt, der wseit 
er die Hölle von Dante gelesen, vollends zum Teufel gewordenc, 
während der erstere ihn Wohl durch seine doctrinäre Weise  abstiess, 
wie auch M. Wagner, wder einen grossen Sehulsack von alten Kunst- 
traditionen mit sich herumtragext Wächter hatte Rom verlassen 
und was Schick von ihm kennen konnte, darf nicht als eine Brücke 
zum Vcrstitndniss Carstensscher Auffassting und Compositionsweise 
geltend gemacht werden. Wenn ihn aber damals Bumohr im Besitz 
des Modells der Carstensschen Atropos nennt, so lässt sich der 
Umstand, dass dieses nicht mit nach Stuttgart gekommen oder über- 
haupt verschollen ist, kaum mit einer besonderen Werthschätzung 
vereinigen. Rumohns Notiz wird sich indess wahrscheinlich auf einen 
Abguss beziehen, von welchenl zu vermuthen ist, dass Schick ihn 
seinem Freunde, dem Bildhauer F. Tieck, verehrte, von welchem 
er und zwar restaurirt in den Besitz des Berliner Gewerbemuseulns 
gelangte. 
Sehick stellte sich also wohl ganz auf sich und seine eigenen 
gleichwohl in der Zeit liegenden Grundsätze, welche unzweifelhaft 
schon in Paris in ihm dünnnerten, wo das rhetorisch-theatralische 
Element, das der dortigen Schule zu Grunde lag, seine tiefste Ab- 
neigung erweckte. Zum vollen Bewusstsein von den Aufgaben der 
Kunst und seinen eigenen Zielen kam er indess erst in Rom. S0- 
gleich erkennt er dort, welcher Unterschied zwischen Canova und 
den Antiken, und empfindet dessen lllanierirtheit im Vergleich mit 
dein Apoll von Belvedere und den Colossen auf Monte Cavallo. 
f) "Grillen, die dem Carstens das Leben 
re1 Relsen nach Italien. Lpz. 1832,  116. 
verbittert 
haben 
mi 
338114: 
Rumohr,
        

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