Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526418
Schick. 
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von der seines jüngeren Kunstgenossen Gottlieb Schick, geb. 1779 
zu Stuttgart?) als der Sohn eines dortigen Wirihe-S- A11 der 
Carlsakademie im letzten Jahre ihres Bestehens in der Schule des 
tüchtigen Hetsch und des Altmeisters Dannecker, welchem letzteren 
er auch in dankbarer Liebe und aufrichtiger Anerkennung bis an 
seinen Tod zugethan blieb, vier Jahre lang vorgehildet, hatte auch 
er als neunzehnjäihriger Jüngling sich in die DavicPsche Werkstatt 
nach Paris gewandt, und dort in gleichwohl nur dreijiihrigem Auf- 
enthalt tingewöhnliche Fortschritte gemacht, wie seine lebensgrosse 
Eva M) zeigt. Schon hier verräth die feine Empfindung müdchen- 
hafter Mischung von Scham und vorwitziger Neugierde, mit Welcher 
die davidischclassische und keineswegs Aktfigur ihr Abbild im Bache 
schaut, dass das gemachte Pathos der französischen Schule ihm 
nicht genügte und ihm mehr Empfindung unentbehrlich schien. Er 
zeigte auch in diesem Werke, während er sonst in seinen pariser 
Compositionen sich an die gegebenen antik-historischen Aufgaben 
hielt, dass er da, wo er sich mit ganzer Seele hingeben wollte, seiner 
Phantasie freiere Bahn gewähren musste, wie denn die Eva nach 
Haaklfs Notiz sich an jene Strophe aus Schubarfs Oden an Sera- 
phina anlehnte: 
„Dir floss das Haar 
Wie Eva's Haar, als sie sich sanft belächelnd 
Am Pischon stand, und mit den Rosenfingern 
Die goldnen Locken käinmte." 
Die treffliche technische Ausführung und Modellirung aber 
beweist eine so bedeutende künstlerische Ausbeute des in Paris 
Gebotene-n, dass es Unrecht wäre, sich dem eigenen Urtheile des 
Künstlers anzuschliessen, welcher sogar in Rom wdas wieder vergeSßen 
wollte, was er in Paris gelernte, während ihm doch dieses so gTOSSQ 
Vüfthellß 61118111 Carstevns gegenüber verschaffte. 
Auch erscheint es keineswegs als zweifellos, dass Sclnck den 
A 
4') D. F. Strauss, zur Lebensgeschichte des Malers Gottlieb Schick (1854). 
(Kleine Schriften. Lpz. 1862 Nr. XI.)  F. EggeTS, Gottlieb Sßhißk- Deutsches 
Kunsthlatt. 1858. S. 129. fg.  A. Haakh,'UeJJe1' die Historienmaler Ferd. 
Hartmann und Gottlieb Schick. Vortrag in der Kunstschule zu Stuttgart 1859. 
Briefe von Gottl. Schick. (Beiträge aus Württemberg zur neueren deutschen 
Kunstgeschichte. Stuttg. 1863.) 
i") Wallraf-Ricliartz-Museum in (iöln Nr. 942. 
Re be r, Kunstgeschichte. 9
        

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