Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526408
Mitgefühl des Beschauers zu erwecken weiss, als er denselben fesselnd 
beschäftigt, der hineingelegten Stimmung des Künstlers selbst bis auf 
den Grund zu folgen. 
Von ähnlicher Wirkung ist das Gemälde: xDGP letzte Schlaf des 
Sokratesaß") Im eintönig laehanrlelten Kerker ruht der Weise, ein 
Freund beugt sich theilnahmsvoll über ihn, Während der Schliesser 
im Hintergründe sich zurückzieht. Dasselbe bedeutsame Schweigen, 
aber auch dieselbe Tiefe und gedankenschwere Empfindung. 
Mit den früheren Werken verglichen, erscheinen die folgenden 
historischen, seit seiner Uebersiedlung von Wien nach Stuttgart (1809) 
geschaffenen minder bedeutend, selbst das grössere Bild xcäsar auf 
den Ruinen Troja's das Grab Hektofs findendaftt) oder sder dich- 
tende HomerUWC), dessen Gestalten zu unmittelbar der Antike ent- 
nommen und von fast Mengsscher Kälte sind. Geradezu unbedeu- 
tend aber erscheint sein Pinsel, wenn er über die Darstellung brü- 
tenden Schmerzes oder stiller Innigkeit hinauszugehen versucht, wie 
in dem vLÖWGH von Florenzaxt) Sein Plan, nochmals nach Italien 
überzusiedeln, wurde vereitelt, und damit war für ihn, der des steten 
Anlehnens an grössere Vorbilder bedurfte, alle Hoffnung auf weiteren 
Aufschwung dahin. Selbst in religiösen Bildern gelang ihm nicht 
wieder, was er schon in Rom z. B. mit Maria, Anna und dem 
Christkinde auf dem Lamm 11-) erreicht hatte. Zumeist beschäftigten 
ihn Illustrationsarbeiten, worunter die Zeichnungen zur Prachtaus- 
gabe des Lucanusj-Jf-t) Die bedeutendsten waren auch die Veran- 
lassung zu einigen Bildern geworden, während die Mehrzahl mit den 
ephemeren Publicationen, Kalendern u. s. w., für welche sie ent- 
standen, jetzt Verschollen ist. Seit 1839 legte die altersmüde Hand 
den Pinsel nieder, aber erst 1852 fand der neunzigjährige Greis 
nach mühevollem und ziemlich erfolglosem Leben die Grabesruhe. 
Wächters künstlerische Begabung wurde bei weitem überragt 
 Vom Jahre 1807. C011. Marschall, lith. von Emminger. 
H) Von 1822. Ebenda. 
i") Von 1826. Im Besitz der Frau v. Kiderlen in Stuttgart,  
des Meisters. Gest, von Krauss bei Haakh. Taf. II. 
T) Vom Jahre 1817. Museum in Stuttgart.  
H) Von 1796. Gest. von Rahl. 
TTT) Bei Degen in Wien. 1811. Gest. von F. Leyhold, Kuhn, 
und Frey. 
del 
Nichte 
Schramm
        

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