Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526386
seits aber war er geneigt, einen Domenichino, Poussin und Lesueur 
gleich hoch zu stellen. Kurz es gebrach ihm an Haltung und Ent- 
schiedenheit, wie er denn beispielsweise ebenso wie nachmals die 
Mehrzahl der Romantiker, aber wie Mengs zum Theil seiner römi- 
schen Braut und nachherigen Gemahlin wegen, zum Katholicismus 
übertrat, ein Jahrzehent später dagegen die Richtung der Nazarener 
wieder einem energischen Tadel unterzog. 
Dieser Zerfahrenheit seiner Principien entsprechen auch seine 
Werke, von welchen sich die Mehrzahl im k. Museum zu Stuttgart 
und in der Baron UexkulPschen, jetzt Baron MarschalPschen 
Sammlung zu Carlsruhe befinden. So zeigen seine Compositionen in 
Kreide- und Federzeichnung, welche aus seiner römischen Zeit stam- 
men, sein ernstes Bemühen, in Garstens Fussstapfen einzutreten, wie 
die Geburt Pindars, Antigene u. s. w., während er in anderen, wie 
in seinem Belisar, trotz des Rathes, den er sich hiezu von jenem 
erholte, doch den französischen Nachwirkungen nicht zu entgehen 
vermochte. Vielleicht würde sich der Conflict der Grundsätze, in 
welchen er gerathen war, geklärt haben, wenn seine langsam reifende 
Künstlernatur bei noch längerem Aufenthalt in Rom sich vollkom- 
mener hätte entwickeln können. Aber ehe noch die grossen Ver- 
treter der zweiten deutschen Kunstperiode sich in Rom angesiedelt, 
hatte er in Folge der politischen Verhältnisse und der damit ver- 
bundenen Schwierigkeit von der Kunst zu leben, sich nach Wien 
gewendet, wo er gleichwohl anfangs manche Anregung gab und 
empfing, aber namentlich nach dem Abgang der jungen Romantiker 
dem noch herrschenden Fügefschen Eklckticismus doch jene Con- 
cessionen machte, zu welchen schwächere Charaktere immer geneigt 
sein werden, besonders wenn die Noth des Lebens auf sie drückt. 
Von seinen hiehergehörigen Arbeiten dürfte wohl nur sein singender 
Bacchus nach der Ode des Horaz: wBacchum in remotisk , von 
welchem die Gruppe der vier lauschenden Mädchen zur Linken das 
Beste, adie trauernde Muse auf den Trümmern von AtllOnc, hervor- 
ragend durch feine und bis zu Gyklamen und Cactus im Vorder- 
grund sorgfältige Ausführung, und die kentaurentödtende Artemis 
nebst seinem letzten Werke: Herkules am Scheidewege (1839) her- 
vorzuheben seinfk) Sonst neigte er sich mehr Darstellungen aus der 
Siimmtlich 
im 
Museum 
zu Stuttgart.
        

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