Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526377
früheren Werken dieses Künstlers scheinen nur wBelisar an der Porta 
Pincianac, vAndromache den Leichnam Hektors beweinenda "und der 
wTOCl des Sokratesc auf die in sich selbst versenkte und etwas zag- 
haft schwäirmerische Natur des jungen Deutschen, die bei dürftiger 
Phantasie sogar in der Stoffwahl von den Einflüssen der Vorbilder 
abhängig war, anregender gewirkt zu haben, als die gewaltigen 
Werke aus der altrömischen Geschichte, denen David seinen Ruhm 
hauptsächlich verdankte. Die französische Revolution riss ihn zwar 
aus den Geleisen und aus Paris; doch war der Eindruck der fran- 
zösischen Schule selbst in Rom und durch Carstens, welchem er 
sich in persönlicher Freundschaft näherte, nicht mehr zu verwischen. 
Denn so wenig er seinem ersten Meister bis zur Höhe des Horatier- 
schwurs oder des Raubes der Sabinerinnen zu folgen vermochte, so 
wenig konnte sich ihm das Wesen eines Carstens im ganzen Um- 
fange, in seiner epischen wie dramatischen Kraft erschliessen, wenn 
er auch von dessen Grösse eine Ahnung hatte. In dem Bewusstsein 
aber, seine Fittiche nicht so entfalten zu können, lag der Grund zu 
seiner demüthigen Verehrung, welche er dem frühentrissenen Freunde 
immerdar bewahrte und wiederholt aussprach, wie der melancholische 
Zug von Resignation, der durch seine Werke und Aeusserungen 
hindurchgeht. Er spricht sogar davon, dass das Aufgeben der Kunst 
für ihn das Beste wäre, doch. könne er, wie er an Baron Uexkull 
in wahrhaft rührendcr Weise schreibt, wsich nicht so leicht eine 
Täuschung benehmen, die ihn gewissermaassen am Leben erhalte. 
Einen aus Liebe Dahinsterbenden könnten seine schwindenden Kräfte 
nicht anders gesinnt machen, nur mit dem letzten Hauche verliere 
dieselbe. Auch könne Gewalt einen Wurm zerstören; aber er windet 
sich so lange, bis er zernichtet ist. In diesem Verhältnisse stehe 
er zur Kunsm Der Zwiespalt seiner Principien hinsichtlich der 
französischen und Carstenyschen Richtung wurde durch seine auch 
anderen Eindrücken gegenüber allzu weiche Natur noch gesteigert, 
indem die romantische Strömung auch an ihm nicht vorüberging. 
Ja er gehört sogar zu den allerersten, welche die Grundsätze der 
Nazarener aussprachen und zwar längere Zeit, ehe es eine roman- 
tische Schule gab. vICh glaube, schreibt er an den obengenannten 
Gönner, der reinste und schönste Styl herrschte von Masaccio bis 
Fra Bartolommeo, dann verlor sich nach und nach die Naivetäm 
Schon bei Andrea del Sarto glaubt er den Verlust zu fühlen. Ander-
        

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