Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526336
goldene Zeitaltera i) nach Hesiod, konnte jedoch diesem Seinen 
Sclnva11e11gesang' nicht mehr vollenden. Mitten in der Heiterkeit 
jener Vorstellung, in welche sich seine Phantasie versenkt hatte, 
selbst noch in liegender Stellung skizzirend und bis zur letzten Stunde 
sich in Kunstgesprächen ergehend, erreichte er sein irdiScheS Ziel ällll 
25. Mai 1'798. An der Pyramide des "Cestius ist seine neuerlich 
wieder aufgefundene Ruhestätte. 
Werfen wir nun einen Blick zurück auf die kunstgeschichtliche 
Stellung des grossen Regenerators. Was unmittelbar vor ihm lag, 
erschien ilnn und mit Recht als verurtheilenswerth: von Scl1ulzu- 
san1menl1ang' mit der Malerei seiner Zeit ist kaum eine Spur zu 
finden. Daher auch seine fast zu weit gehende Abneigung, selbst in 
technischer Hinsicht von seiner künstlerischen Umgebung zu ent- 
nehmen, sein fast an selbstvernichtenden Eigensinn gränzender Ent- 
schluss, als Autodidakt und auf ganz eigenen Wegen seinem Ideale 
nachzugehen. Nichts war auch seiner ganzen Natur widersprechen- 
der als Eklekticismus und Comproiniss, nichts unmöglicher als Con- 
cessionen an ein System, welches ihm als von Grund aus verrottet 
erschien. 
Es hatte freilich nicht an Geistern gefehlt, welche in einer seinen 
Anschauungen ganz verwandten Weise demselben Ziele auch schon 
vor ihm zugewandt waren. Solche waren unter den Künsten in 
der deutschen Musik und Poesie aufgetreten und auch die Wissen- 
schalt hatte das Banner der Classicität schon vor ihm entrollt. Allein 
davon hatte der mangelhaft gebildete Künstler, damals als sein Ent- 
schluss und seine Richtung bereits feststand, kaum mehr als eine 
dunkle Ahnung, wenn er auch später, als er hierin das in den 
Jugendjahren Versiiumte nachholte, daraus die erfreuliche Bestätigung 
von der Richtigkeit seinesoZiels und von der hoffnungsvollen Zukunft 
Seines Ringens gewinnen mochte. Zu seiner Zeit war der W768, auf 
welchen selbst die Plastik angeregt und gefördert durch Winckel- 
mann bereits eingelenkt hatte, im Gebiete der deutschen lllülefei noch 
in Dämmerung gehüllt, und merkwürdiger Weise war gerade diese 
Lieblingskunst der modernen Cultur auffallend hinter dem übrigen 
Um- und Aufschwung zurückgeblieben. Der Geist der Revolution 
hatte bereits alle Culturspharen durchzuckt und seinen zündenden 
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