Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526079
Architektur 
Langhans, 
Genelli, 
Gentz, 
Thouret, 
Weinbrenner. 
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meisten Einfluss hatte. In der Hauptstadt ist als sein bedeutendstes 
Werk die jetzige Münze zu nennen, die aber damals, wie bei der 
Charakterisirung der Schadoix-"schen Thütigkeit erwähnt worden ist, 
combinirteren Zwecken zu dienen hatte. Das dorische Wesen macht 
sich auch hier in strenger Massigkeit und schlichter Einfachheit 
geltend. Der Hauptschmuck gehörte der Plastik an (der oben er- 
wähnte Relieffries), sonst ward nur das Portal einigermaassen und 
zwar hauptsächlich durch ein freistehendes Säulenpaar decorirt. Ein 
bedeutenderes Werk ist Gentz's Treppenhaus im Schloss zu Weimar, 
wo er indess mit einem anderen gleichgesinnten Künstler zusammen- 
traf, Welcher für Stuttgart im Gebiete der Architektur das sein sollte, 
was Guibal und Dannecker im Gebiete der Malerei und Plastik waren, 
nemlich N. F. v. Thouret. 
In Stuttgart selbst, geboren 1767 (T 1845) hatte dieser die 
Schule genossen, aus welcher damals so bedeutende Männer aller 
Berufsrichtungen, vornehmlich aber der Kunst hervorgingen, nemlich 
die Carlsschule. Eine Studienreise in Italien sollte seine künstlerische 
Ausbildung, welche auch die Malerei einschloss, vervollständigen. 
Während er aber als Maler ein Nachahmer von Mieris und Dou war 
und blieb, hatte er sich in der Architektur den Classicisten der Lands- 
leute seiner Vorfahren angeschlossen, und fand auch in der damals 
erstehenden Königstrasse zu Stuttgart, wie in einigen Lustschlössern 
reichliche Gelegenheit, die neue Richtung zu laethätigen. Auf Goethe's 
Betrieb zum Schlossbau nach Weimar berufen, erwarb er sich dort 
durch den Theaterbau erhöhten Ruf, so dass es selbst dem einfluss- 
reichen Salucci nicht gelang, ihn für die Dauer aus Stuttgart zu 
verdräingen. Als er aber in späteren Jahren die Brunnenhallen des 
Bades Sulzrain bei Gannstadt und von Wildbad schuf, war er bereits 
von jüngeren Zeitgenossen weit überflügelt, wie z. B. Zeiss" Brunnen- 
lialle zu Wiesbaden einen beträchtlich höheren Rang einnimmt. 
Ueberhatipt hatte Thouret in dem Nachbarstaat Baden einen 
Nebenbuhler, dem das Glück zu Theil ward, eine Stadt durch seine 
Werke, die insgesammt ihren bestimmten Stempel in der obenbe- 
schriebenen Art tragen, aus dem Nichts zur Bedeutung zu erheben, 
nemlich F. Wcinbrevzner aus Garlsruhe, geb. 1764, j" 1829. Er hatte 
erst in Zürich, Wien und Berlin Studien gemacht, um diese (zum 
"fheil auf Carstens" Betrieb) in Italien zu vollenden. Dein Zuge seiner 
Zeit gemäss waren es jedoch nicht die riilnischen Ruinen, die er
        

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