Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-526025
alten Dessauers (Fürst Leopold von Dessauyt) Die Bedeutung dieser 
Werke liegt jedoch in dem Umstande, dass sie keineswegs lediglich 
als puppenhaft getreue Costümbilrler sich darstellen, sondern dass 
die Tracht trotz der sorgfältigsten Durchbildtlng als nicht mehr 
erscheint, denn das Kleid eines bedeutenden Mannes überhaupt und 
sich nirgends auf Kosten des "frügers geltend macht, obgleich sie 
einen nicht zu unterschätzenden Theil seiner Erscheinungswahrheit 
ausmacht. Und un1 diese volle Lebigkeit und harmonische Wahr- 
heit im gesammten Werke war es dem Künstler hauptsächlich und 
selbst auf Kosten der Schönheit und somit der Kunst im idealen 
Sinne zu thun. Diess zeigen auch in weit weniger befriedigender 
Weise die allerdings namentlich im Gebiete der Plastik höchst un- 
dankbaren Aufgaben der Sockelreliefs mit kriegerischen Scenen, 
in Welchen die Geschichtserziihlung und besonders von Kriegsattairen 
trotz der sorgfältigen geistreichen und überlegten Composition wie 
Ausführung räithselhaft und zugleich prosaisch wird. Der Künstler 
selbst hatte davon bei derlei Reliefarbeiten das Gefühl und flüchtete 
sich dann von dieser für den Beschauer des Verständnisses Wegen 
nothwendigen xPFOSac zu idealen Arbeiten. xlllitten unter solchen 
Werken überkommt den Künstler die Lust, die unumhtillte Natur 
nachzubildenc , sagt er gleichsam zur Entschuldigung seiner 1797 
ausgestellten 23.118 dem Schlafe erwachenden Nymphea f") durch 
Welche der Künstler, statt der Entschuldigung zu bedürfen, vielmehr 
zeigte, dass sein Künstlervermögen wie sein Schaffenstrieb keines- 
wegs auf die prosaische Porträt- und Geschichtsreliefbildnerei be- 
schränkt war. Er selbst nennt derlei ideale Arbeiten wnicht bestellt, 
nicht des Broderwerbes wegen, sondern aus innerem Behagen und 
häuslichem Glück entsprungenc. vMan wird jedoch auch hiebei, 
führt er fort, unter dem Einflusse der Natur, nicht wie 'l'horwaldsen, 
in einer Imitation des Idealstyls der Antike verbleiben, sondern seine 
Originalität darbietenß Diesen seinen der Idealkunst geltenden 
Grundsätzen zu huldigen hatte der vorzugsweise durch Porträtbild- 
 Beide jetzt in Bronzecopieu von Kiss unter den übrigen durch freiere 
Werke desselben Künstlers anstatt der Zopfarbeiten von Tassaert, Adam und 
Baenz ersetzten Generalstatuen auf dem Willielmsplatz zu Berlin. 
H) Sie ging in dem Verzeichnisse der Aguado-Sammlung zu Paris bis z. J. 
1845 als „La Nymphe Salmacis de Thorwaldsen".
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.