Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525978
Schwiegervaters in Rom sah. Dass er schon im folgenden Jahre im 
Concorso di Balestra eine goldene Medaille gewann, Wal" W011] 1'011 
geringerer Bedeutung als sein Verkehr mit Trippel 011d Wahrsßllein- 
lich schon auch damals mit Sergell (Canova, dem Dannecker das 
Meiste verdankt, scheint ihm Weniger zusagend gewesen zu sein). 
Seine Augen waren statt auf die Meister seines berliner Lehrers auf 
die Antiken und besonders auf die römische Bildnisskunst gerichtet. 
und wenn ihn die Nachricht von dem Tode Friedrich des Grossen 
zu dem Versuch bewog, eine wStatue equestre mit römischem Costümc 
zu modelliren, so braucht kaum erwähnt zu werden, dass der Künst- 
ler selbst den ehernen Marc Aurel auf dem Capitol unter seinen In- 
spirationen und classischen Vorbildern in erster Linie nennt. 
Während für Flaxmann nur die Pferde des Parthenon zu existi- 
ren schienen und die menschliche Gestalt bei ihm so selten Natur- 
studium verräth, dass man behaupten könnte, es wäre für seine 
Kunst nur der marmorne oder auf Vasenbildern wie hereulischen 
Fresken gemalte Mensch vorhanden gewesen, wenn ihn nicht Porträt- 
darstellungen gelegentlich gezwungen hätten, aus dieser idealen Sphäre 
herauszutreten, hielt umgekehrt Schadow das lebende Modell selbst 
in Idealbildern für die Hauptsache und zog die Antike nur als styli- 
sirendes Correctiv der Natur heran. Deswegen war ihm die römische 
Portratbildnerei und überhaupt die römische Triumphalplastik vor- 
zugsweise anregend, da diese in ihrem weniger mythologisch-idealen 
als geschichtlich-realen Charakter selbst auf ähnlichen Grundsätzen 
beruhte. Während er in einem Satze für das Pferd seines Denkmal- 
entwurfs neben der Reiterstatue des Marc Aurel die grossen lang- 
geschwveiften Paradepferde der römischen Aristokratie als die hervor- 
ragendsten Gegenstände seiner Studien nennt, dürfen wir annehmen, 
dass auch für die menschlichen Darstellungen die ikonische Samm- 
lung des Gapitols mit den römischen Reliefs  neben den lebenden 
Modellen Roms von mächtigem Einflusse auf ihn warell- Auch die 
Werke eines Michel Angelo machten auf 11m den lebhaftesten Eindruck, 
wie er denn selbst erwähnt, dass sich Spuren von dessen Sibyllen 
bei der Anordnung seiner Parzen finden möchten- 
Durch Anlage wie durch Richtung, vielleicht auch aus WVider- 
willen gegen die decorative Allegorienplastik der Schule, in welcher 
er seine ersten Schritte gemacht, entschieden Portrütbildner, hatte 
er doch während seines römischen Aufenthaltes so eingehende
        

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