Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525966
nachdem er seinen Höhepunkt schon 1806 mit der Ariadne erreicht 
hatte. Wie er für seine Kunst zu lange, so hatte sein Jugendfreund 
und Mitschüler P. J. Sckejfauer für dieselbe zu kurz gelebt (geb. 1756, 
1' 1808), um sich zu einer ähnlichen Stellung erschwingen zu können. 
Gleichwohl hatte sich zu Anfang dieses Jahrhunderts durch die beiden 
Künstler in Stuttgart ein plastisches Leben entwickelt, welches sich 
sehr vortheilhaft von den meisten Städten Deutschlands in dieser 
Zeit unterschied. Auch F. Zaunerk (T 1820) Thätigkeit in Wien, 
obwohl sie in der Reiterstatue K. Joseph's II. eine achtungswerthe 
Probe des Uebergangsstyles, etwa analog den Fügefschen Werken 
im Gebiete der Malerei, geliefert oder die des im Porträt tüchtigen 
L. Ohmacht (T 1834), der sein Atelier in) dem damals französischen 
Strassburg aufgeschlagen, stand dagegen weit zurück und der Ruf 
Stuttgarts als Kunstschule überhaupt obenan. 
Alle bisher genannten deutschen Bildhauer aber übertraf eine 
Künstlererscheinung, welche, obwohl zunächst noch keineswegs so 
gefeiert, wie die Meister der Stuttgarter Schule, doch damals schon 
in höchster Bedeutung und für die Entwicklung der deutschen Sculptur 
bahnbrechend aufgetreten war, neinlich J. G. Schadow t). Als der Sohn 
eines Schneiders 176-1 zu Berlin geboren, durch sein langes Leben aber 
(1- 1850) zwei Generationen und mehren Kunstepochen angehörcnd, 
kann er zwar hier nur bis zur napoleonischen Periode in Betracht 
gezogen werden; doch erscheint schon bis zu dieser Zeit das Wesen 
des Künstlers völlig ausgeprägt. Die Tassaerfsche Schule, in welche 
er durch Vermittlung eines Gehülfen des Zopfmeisters, der eine 
Kleiderschuld durch Zeichnenunterricht bei dem jungen Gottfried zu 
tilgen genöthigt War, gelangte, bot freilich dem talentvollen Jüng- 
linge nur Gelegenheit zu den technischen Anfangen; es war indess 
keineswegs unmöglich, dass ihm seiner Zeit die Mittel zu Studien- 
reisen nach Italien gewährt Wurden, indem er bereits in den Genuss 
einer kleinen Pension eingesetzt War: die Liebe zu einer fremden 
Jüdin aber, die ihn zur Flucht nach Wien veranlasste, wo der 
Trauung mit dem zum Christenthum tibergetretenen Mädchen wenig- 
stens kein eifersüchtiges Hinderniss entgegenstand, führte ihn schneller 
zum Ziel, indem er sich bereits 1785 mit Unterstützung des fügsamen 
a") J. G. Schadow, Kunstwerke 
Kupferheft. Berlin 1848. 
und 
Kunstansichten. 
Berlin 
1849 , 
dazu
        

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