Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525951
bedienten seine Aufnahme in die Carlsschule nur der Laune seines 
Herzogs und der Dreistigkeit seiner Bitte zu danken; denn der Will?! 
seiner Eltern war höchlich entgegen. Sein Prämienstück, Milon von 
Kroton, in der Skizze noch erhalten, lässt schon etwas von dem 
neuen Geiste ahnen, von Welchem der artistische Direktor der Carls- 
schule, der Mengsianer N. Guibal einiges nach Stuttgart verpflanzt 
hatte. Nach ziveijührigem Genusse der Unterweisung PajouÄs Zu 
Paris gelangte er 1785 nach Rom und zu Ganova, dessen Richtung 
er sich anschloss, ohne ihm jedoch bis zu der beregten koketten 
Grazie zu folgen. Mehre Werke in Stuttgart und in k. Lustschlös- 
sern geben davon Zeugniss, namentlich die Gruppe der Wasser- 
und Wiesennymphe am Bassin hinter dem Schloss und die erst nach 
seinem Tode zur monumentalen Ausführung gelangte kniende Brunnen- 
nymphe in der Neckarstrasse, wie die beiden im Besitze des Königs 
befindlichen Statuen des Bacchus und der Ceres; sein Hauptwerk 
bleibt jedoch immer die gleichwohl über Gebühr gefeierte, aber in der 
That die Arbeiten Canovais durch zarten Linienfluss erreichende, 
durch Classieität und maassvolle Formgebung sogar übertreffende 
Ariadne auf dem Panther in der Bethmanlrschen Villa zu Frankfurt. 
Von den zahlreichen Porträtbüsten seiner Hand dürfte nur der be- 
rühmte Colossalkopf seines Schulfreundes Schiller i) als eine vorzüg- 
lich gelungene zu betrachten sein, durch edle, gcistvolle Grossartig- 
keit mit lebendiger Portratwahrheit den besten Büsten der Neuzeit 
ebenbürtig. Weniger glücklich war er in seinen letzten, der Religion 
gewidmeten Werken, wie in dem Christus, für welchen er statt sich 
einfach an den traditionellen Typus zu halten, das entsprechende 
Ideal in zahlreichen Modellversuchen vergeblich zu construiren und 
selbst in visionarer Ueberslaannung zu erhaschen strebte  Aehn- 
llChi nur noch trockener ist die Johannesstatue in der Begräbniss- 
kapelle der Königin Katharina von Württemberg auf dem Rothen- 
berge. Der zum höchsten Greisenalter bis zu völliger Geistesschwväche 
gelangende Meister (i- 1841) nahm übrigens an der YVeiterentwick- 
lung seiner Kunst in den letzten Jahrzehnten keinen Antheil mehr, 
 Von 1793. Im Museum zu Stuttgart. 
zu Weimar und anderwärts.  
 Von 1824. In Zarskoi Selo bei 
Taxiäschen Gmftkaluelle zu Regensburg. 
Wiederholungen in natürlicher Grösse 
Petersburg. 
Wiederholung 
in 
der
        

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