Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525948
gewaltig der Kampf zwischen Diomedes und Mars, der Kampf um 
die Leiche des Patroklos, die Begegnung des Hektor und Polydamos, 
oder die Schleifung des ersteren. Wohl vermisst man überall Cor- 
rectheit, Durchführung und Composition; feinen Formensinn, Inhalt 
und Wahrheit dagegen 11161112118. 
Wenn der Künstler diese Werke als Bildhauer nicht übertroffen, 
so lag die Schuld nicht blos daran, dass er überhaupt mehr Zeichner 
war, sondern auch in dem Zwang, Welcher ihm durch Bildnisswerke 
und opulente Grabmaler besonders für die Denkmalspeicher von 
Westminster und S. Paul auferlegt wurde, in denen er gleichwohl 
alle seine englischen Zeitgenossen in weitester Ausdehnung übertraf, 
sondern auch in dem Umstande, dass er in seinen späteren Zeiten 
sich mit Vorliebe religiösen Stoffen zuivandte. War erst das Porträt 
seinem der classischen ldealbildnerei zugewandten Genius widerstre- 
bend, so dürfte das Problem der Verbindung christlicher Ideen mit 
dem Meissel, wenn überhaupt so am Wenigsten in classischer Rich- 
tung zu lösen sein. Wie so viele hervorragende Bildhauer hatte 
auch er zuletzt sich in den Versuch verstrickt, seiner Kunst Motive 
unterzulegen, die sie ihrer Natur nach nicht haben kann, der ja 
moralische Zwecke wie überhaupt alle Zwecke ausser sich selbst ver- 
sagt sind. Seit er aber dem platonischen Grundsatz, welchen er 
selbst Schorni) gegenüber aussprach, huldigte, dass die sinnliche 
Schönheit nicht das Höchste sei, sondern die des Gedankens und 
der Seele, einem Grundsatze, dessen Wahrheit an sich wohl nicht 
zu bestreiten, welcher aber der Bildnerei, der Kunst der Form, unzu- 
gänglicher als jeder anderen ist, befand er sich auf einem für diesen 
Kunstzweig höchst bedenklichen Wege. 
Mit Canova und Flaxmann verglichen, erscheinen zwei von den 
hiehcr gehörigen deutschen Bildhauern untergeordnet, Drmneckcr und 
Sghgfauer, Ihr Anfang war minder rein von den Einflüssen der 
vorausgegangenen Epoche, wie der Flaxmanifs, ihr Talent weniger 
selbständig und energisch, ihre Anschauung weniger sicher und ihr 
Erfolg weniger hebend und fördernd als der des Canon, J, HD4112- 
azeckei"ti'), 1758 zu Stuttgart geboren, hatte als der Sohn eines Stall- 
1827, S. 127. 
in Auswahl, mit 
 Kunstblatt. Besuch bei Flaxmanvz im Juli 1826. Jahrg. 
ä") C. Grüneisen und Theodor 1Vagncr, Danneckefs Werke 
einem Lebensabriss des Meisters.
        

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