Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525924
mochte ihm die Schule seines Lehrers ArchevC-cjue, der damals in 
Stockholm als Hofbilrlhatier thütig war, länger als dem Italiener an- 
geklebt haben, bis es ihm durch einen zivölfjiihrigen Aufenthalt in 
Rom vor 1780 gelang, diese Einflüsse grösstentheils abzustreifen. Er 
wird als Classicist, jedoch zumeist in etwas trockener akademischer 
Weise befangen geschildert; G. Sehadows Urtheil aber: xSOlll Ruhm 
sei in einem kleineren Kreise geblieben, als der von Thorwaldsen, 
stehe aber gleich hoch bei Sachverstiindigenc, dürfte vielleicht allzu 
günstig sein. Näher steht uns der Schweizer A. Trippel, 1744 zu 
Schaffhausen geboren, jedoch erst an der Akademie zu Kopenhagen 
seine classicistisehe Richtung einschlagend, was wohl zum "Fheil seinen 
dortigen Lehrern J. Wiedewelt und Stanley als Verdienst zugeschrie- 
ben werden darf. Doch erst 1'778 gelangte er nach Rom und da- 
mit zur Vollendung seiner Studien. Die Misslichkeit seiner äusseren 
Verhältnisse hemmten ihn vielfach, da er manches seiner Kunststufe 
Unwürdiges auf banausische Bestellung leisten musste und zu monu- 
mentalen Werken selten oder etwa in Goncurrenzarbeiten Ctelegenheit 
fand, in welchen dann seine allzu geschraubten und unverstand- 
lichen Allegorien den Erfolg hinderten. Seine statuarisrchen Arbeiten 
aus dem Gebiet der classischen Mythe und Geschichte sind oft von 
überraschend antikem Gepräge und namentlich frei von den Canovaü 
sehen Uebertreibtingen, weshalb es sehr zu bedauern ist, dass selten 
anderes als Büsten oder kleinere Reliefs zur Ausführung in Marmor 
gelangte. Das meiste kam überdiess bis zu seinen letzten Lebens- 
jahren in Privatbesitz, niemals genügend geschätzt, wie z. B. die 
schöne Mercurbüste im liilarmorpalais zu Potsdam beweist. Und als 
er endlich von seinem Vaterlande gewürdigt und mit Aufträgen be- 
dacht worden war (Hallerfs Denkmal bei Zürich), schloss er leider 
zu früh (1793) seine mühe- und entbehrungsvolle Laufbahn, ohne 
ein hervorragendes Monumentaliverk hinterlassen zu können; nichts- 
destoweniger aber war man berechtigt, seinen Verlust als den eines 
würdigen Rivalen Ganova's zu betrauern. 
Von unbestreitbar höherer Bedeutung in jeder Beziehung, aber 
auch schon seiner späteren Thätigkeit wie seiner Entwicklung nach 
vielleicht mehr der nächsten Stufe angehörig erscheint der Engländer 
J. Flaxmann, 1755 zu York geboren  1826). Der Handel seines 
Vaters, der gleichfalls Bildhauer war, in Gypsabgüssen nach Antiken 
scheint dem begabten Knaben die Richtung gezeigt zu haben, in
        

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