Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722703
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Mauern von Psoph 
Pan0p( 
is und 
dung giebt. Dieselben sind von bedeutender Dicke und so hergestellt, dafs 
nur die äufsercn Seiten aus behauenen und sorgfältig zusammengesetzten 
Steinen bestehen, wogegen der Raum zwischen denselben mit kleineren 
Steinen und Mörtel ausgefüllt ist, eine Art der Construction, die von den 
Griechen äprrlsurov genannt wurde und der man durch Aufführung fester 
Querwände im Innern einen gröfseren Halt zu geben suchte. Was dagegen 
die Anwendung polygoner Steinblöcke selbst anbelangt, die unter Anderem 
auch bei den Mauern von Arges, Plataeae, Ithaka, Koronea, Same und an 
anderen Orten stattgefunden hat, so kann dieselbe zu grofser Festigkeit 
führen, indem die Steine nicht selten in eine der Wölbung entsprechende 
Verbindung gebracht werden. So kommt es denn, dafs sich die Griechen 
dieser Construction in einzelnen Fällen noch bedienten, als schon längst 
der vollkommene Quaderbau eingeführt war (vgl. Fig. 13); auch in unserer 
Zeit ist dieselbe angewendet worden, wie zum Beispiel an den terrassen- 
förmigen Unterbauten der Walhalla bei Regensburg und bei den Schutz- 
mauern an den Ufern der Nordsee, welche Forchhammer in sehr passender 
Weise mit diesen kyklopisch-pelasgisehen Bauten verglichen hat. 
Trotz der Vortheile, welche dieser Polygonalbau darbot, führte das 
Streben nach gröfserer Regelmäßigkeit bereits in früher Zeit zur Anwen- 
dung horizontaler und regelmiifsiger Steinschichten, das sich denn auch 
bei mehreren jener alten Maueranlagen mehr oder weniger deutlich zu er- 
kennen giebt. So hat man an sich ganz unregelmäßige Steine zu hori- 
zontalen Schichten zusammengelegt, wie dies bei einem Theil der Mauern 
von Argos geschehen ist.  
An einigen Orten bilden die Steine zwar ziemlich regelmäfsige hori- 
zontale Schichten, ohne dafs aber die Querfugen derselben irgend welche 
Regelmäßigkeit zeigten, wie zum Beispiel bei den in Aetolien aufgefundenen 
Ueberresten sichtbar ist, während an anderen Orten der Uebergang zu 
dem regelmäfsigen Quaderbau durch Anwendung von verticalen Querfugen 
Fig. 54'  imlmer deutlichjirdhervoiäritäq  Dahin 
_  ge ören unter u erem ie auern von 
 Psophis in Arkadien, von denen Fig.54 
 eine Abbildung giebt. Achnlich ist die 
 Steinfügung an einem thurmartigen Vor- 
 sprunge, den man zur Verstärkung an 
w": e-  der Mauer von Panopeus angebracht hat 
(Fig. 55), und noch entschiedener tritt der regelmäßige Quaderbau in der 
Mauer von Chaeronea in Boeotien hervor, welche überdies noch die 
Eigenthürnlichkeit zeigt, dal's sie nicht, wie die meisten anderen, sich
        

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