Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722699
habt hatten (Paus. I, 28, 3). Eine dritte Benennung dieser Nlauern bezieht 
sich auf die Art ihrer Construction. Diese nämlich besteht bei den älteren 
Mauern der Art in der Zusammenfügung roher vieleckiger Stcinblöcke, 
wonach man dieselben als polygone bezeichnet. Unter den erhaltenen 
Denkmälern zeichnen sich namentlich die Mauern von Tiryns durch An- 
Wendung grofser und roher Steinblöcke aus, die man unbearbeitet gelassen 
hat und deren Lücken dann durch kleinere Steine ausgefüllt worden sind. 
vVon der Stadt," sagt Pansanias (II, 25, 8), w sind keine anderen Ueber- 
reste erhalten, als die Mauern; diese sind ein Werk der Kyklopen. Sie 
bestehen aus unbehauenen Steinen, von denen ein jeder so grofs ist, dal's 
beim Bau auch nicht der kleinste von ihnen durch ein Joch Maulthiere 
transportirt werden konnte. Schon vor Alters sind kleinere Steine da- 
zwischen eingefügt worden, so dal's jeder derselben den grofsen zur Ver- 
bindung dient," und an einem anderen Orte (IX, 36, Ö) stellt er dieselben 
der Schwierigkeit der Arbeit und der Kolossalität ihrer Dimensionen Wegen 
den Pyramiden von Aegypten gleich, indem sie nicht geringerer Bewun- 
derung als diese Denkmäler würdig seien. 
Fig_ 52 Die Mauern von T iryns be- 
jfvxx linden sich, wie es scheint, noch 
xß    x  b. T heut zu illage in demselben Ziu- 
   -stande, in welchem Pausanias 
  sie gesehen. Sie sind von Gell 
  e fiof ' untersucht worden, nach dessen 
 j Abbildung llig.52 (Mafsstab : 
I. l i" lOFiilsengl.) einBruchstückder- 
 selben zur Anschauung bringt. 
Als eine zweite Art jener uralten Maueranlagen lassen sich diejenigen he- 
trachten, bei denen die Steine zwar auch noch in unregelmäßiger poly- 
goner Form verwendet sind, aber doch schon eine gewisse künstliche Bear- 
beitung zeigen. Man hat dieselben nämlich nach Mafsgabe ihrer natürlichen 
Form vieleckig behauen und sodann sorgfältig ineinandergefügt, so dal's 
die Mauer eine feste und un- 
m? 53' unterbrochene Fläche darbietet. 
X Die schönsten Proben dieses 
d] vervollkoinmneten Baues bieten 
die Mauern der ebenfalls im ho- 
X hen Alterthnme gegründeten 
g;  H   I Stadt Mykenae in Argolis dar, 
 g ßggeilf-isä"?  von denen Fig. 53 eine Abbil-
        

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