Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722637
lassen, wie man denn in der That auch an den wenigen erhaltenen Ueber- 
resten der Art bemerken kann, dafs mit der Wichtigkeit des Tempelbezirks 
selbst auch die Gröfse und Schönheit der Eingänge oder Portale sich 
gleichmäßig steigert. Die einfachste Art mochte aus einer schlichten Thür 
bestanden haben, die sich in einer über das gewöhnliche Mafs hinaus- 
gehenden Dimension aus der Umfassungsmauer des Pcribolos erhob. Viel- 
Fig 4a leicht läfst sich ein solches Eingangsportal 
 in einer freistehenden Thür aus schönem 
 Stein erkennen, die in ihrer aufrechten 
 riif; Stellung auf der kleinen Insel Palatia bei 
(lfifillI  l v  Naxos aufgefunden worden ist und von der 
   Fig. 46 (innere Breite I 3,45 Meter) eine 
,i,f'it5 w: jl Abbildung giebt. Palatia ist mit der grö- 
hfllißjl    fseren Insel Naxos durch eine Brücke ver- 
  bunden und mit einem Tempel geziert ge- 
 QI  Wesen, in dessen Nähe das oben erwähnte 
  Portal sich befindet; dasselbe besteht aus 
    "i   einer Unterschwellß, die urSPriinglich mit 
dem Boden, aus dem sie jetzt hervorragt, gleich hoch oder mit Stufen 
versehen gewesen zu sein scheint; die Seitenpfosten, sowie die Oherschwelle 
sind in der Weise eines ionischen Architraves in drei parallele Streifen 
getheilt und mit einem einfachen Gesims eingefafst. 
Wo sich ein solcher Eingangsbau reicher gestaltete, lag es nahe, 
demselben eine dem Tempel ähnliche Form zu geben, der ja durchweg 
als höchstes Product griechischer Baukunst und somit auch als Vorbild 
für mannigfaltige Gebäude anderer Bestimmung betrachtet werden mufs. 
In einfachster Weise zeigt uns diese Nachbildung eines Tempels das 
Portal, welches zu dem Peribolos des schönen Athene-Tempels zu Sunion 
F? 41 auf der Südspitze Attika's 'den Zugang bildete. Für 
 diesen Bau, dessen Grundrifs auf Fig. 47 (Mafsstab 
  : 15 Meter) dargestellt ist, kann man schon den 
 B l  Namen der Propyläen anwenden, welcher die herr- 
  sehende Bezeichnung für Portalbauten gewesen ist. 
i: ' i  Was zunächst die Propyläen von Sunion anbelangt, 
 A  so gleichen dieselben in ihrer Angage einem Tempel, 
  der auf den beiden schmalen eiten zwei Säulen 
 O O  in antis hat und bei welchem die Quermauer der 
Cella weggelassen ist. Nach der ersten Publication 
dieses Denkmals schien es, als ob innerhalb des so gebildeten und von
        

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