römischen Eroberungs- und Plünderungssucht und der dabei verübten
Barbarei. Nur dem Dictator, den Consuln und Praetoren und ausnahms-
weise in den letzten Zeiten der Republik einigen Legaten wurde die Er-
laubnifs zum Triumph vom Senat ertheilt, aber auch dann nur, wenn
der General aufs auspiciis, das heifst als selbstständig commandirend und
zwar in sua provincia den Sieg erfochten und die Zahl der in einer der
gewonnenen Schlachten getiidteten Feinde nicht weniger als 5000 betragen
hatte. Wurden die vom Quaestor Urbanus geprüften Angaben des um
den Triumph nachsuchenden Feldherrn richtig erfunden, so ertheilte der
Senat die Erlaubnifs zum feierlichen Einzuge. Festlich geschmückt waren
die Plätze und Strafsen, durch welche sich der Zug bewegen sollte.
Geöffnet waren die Tempel, und Weihrauchwolken wirbelten von den be-
kränzten Altären dem Sieger entgegen. Improvisirte Brettergerüste stiegen
an den Seiten der Strafsen empor, dicht besetzt mit einer schaulustigen,
im Festputze prangenden Volksmenge, welche jubelnd den bekannten Zu-
ruf nlo triumphee erschallen liefs. Am Tempel der Bellona und des
Apollo vor den Thoren Roms hatte inzwischen der Triumphator, dem
das sonst nur aufserhalb der Ringmauern gültige imperium für die Dauer
des Triumphes auch innerhalb der Stadt ertheilt wurde, seine Truppen
gesammelt, denn nur an der Spitze der Genossen seiner Siege durfte der
Feldherr in die Mauern Roms einziehen. Senat, Magistrat und ein Theil
der Bürgerschaft empfingen an der porta triumphalis den Helden des
Tages und bildeten die Spitze des sich ordnenden Festzuges, während die
Lictoren zu beiden Seiten den Weg durch die stets andrängenden Volks-
massen bahnten. Den städtischen Würdenträgern folgten Tubicines und
dann in langem Zuge die Kriegsbcute. Eroberte Wallenstücke und Feld-
zeichen zu Trophäen geordnet, Modelle der erstürmten feindlichen Plätze
und Schiife, Darstellungen ganzer Trelfen, Tafeln, deren Inschriften die
Thaten des Siegers verkündeten, Statuen, welche die siegreich überschrit-
tenen Gewässer und eroberten Städte personilicirten, schwebten auf der
Spitze langer Stangen oder wurden auf Bahren (furculae) von bekränzten
Kriegern getragen. Demnächst wurden Kunstschätze, kostbare Gefaifse,
gefüllt mit Schmuckgeräth, mit geprägtem Golde und Silber, sowie Natur-
producte aus den eroberten Ländern auf Wagen oder Bahren vorüber-
geführt. Minder erfreulich freilich war der Anblick der gefesselten Kö-
nige, Fürsten und Edlen, welche die Sieger zur Verherrlichung ihres
Triumphes nach Rom schleppten und welche nun, verspottet von einer
rohen Volksmenge, gesenkten Hauptes ihrem schmachvollen Schicksal im
Mamertinischen Gefängnifs entgegengingen. Ihnen folgten geschmückte