Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729323
krone (corona radiata), welche früher ein ausschliefslicher Schmuck des 
Bildes des Verstorbenen gewesen war, als Kaiserkrone, und beide Formen 
werden uns durch die Kaisermünzen vielfach veranschaulicht. Der corona 
triumphalis nahe verwandt war die Myrthenkrone (corona myrtea), von 
dem siegreichen Feldherrn bei dem sogenannten kleinen Triumph, der 
ovatio, getragen und daher auch ovalis genannt. Für die Rettung eines 
Bürgers aus dem Schlachtgewühl wurde die aus Eichcnlaub geflochtene 
corona ciivica ertheilt. Mit diesem Eichenlaubkranze erscheinen die Köpfe 
des Augustus und Galba auf Münzen mehrfach, weit häufiger jedoch be- 
gegnet uns derselbe mit der Inschrift: OB CIVES SERVATOS auf den 
Aversseiten vieler Kaisermiinzen. Wer bei der Erstürmung einer Stadt 
oder eines verschanzten Lagers zuerst den Fufs auf die Zinnen der Be- 
festigung gesetzt hatte, wurde mit der goldenen corona vnuralis, auch 
castrensis oder vallavis genannt, decorirt. Die aus goldenen Schiffs- 
sehnäbeln zusammengesetzte corona rostrata, navalis oder class-ica end- 
lich wurde dem zu Theil, der in der Seeschlacht zuerst den Bord eines 
feindlichen Schiffes erstiegen hatte. Sie scheint indefs nur sehr selten und 
dann auch nur an Feldherrn gegeben worden zu sein. Agrippa unter 
anderen erhielt sie nach dem Doppelsiege bei Aetium, und wir lernen ihre 
Form einmal durch eine Goldmünze, auf der der Kopf dieses Feldherrn' 
mit einer von einer Mauerkrone überragten Sehilfskrone geschmückt ist, 
kennen, dann aber durch eine Bronzemünze der von Augustus nach dem 
aetischen Siege gegründeten Stadt Nikopolis, auf welcher ein mit Rostra 
besetzter Lorbeerkranz abgebildet ist. 
Während die Kronen zum Schmucke des Hauptes dienten, gab es 
aber noch eine zweite Gattung von Decorationen, mit welchen, wie mit 
unseren Orden, die Brust des Tapferen geschmückt wurde. Dies waren 
zunächst die Ehrenketten (torques). Ursprünglich vielleicht eine nur von 
barbarischen Heerführern als Zeichen ihrer Würde getragene Deeoration, 
wobei wir an jenen Zweikampf des T. Manlius mit einem gallischen Krieger 
erinnern, durch welchen ersterer den Beinamen Torquatus erhielt, wurde 
dieselbe auch bei den Römern in Form schwerer Ketten (torques), sowie 
feinerer, mehrfach um den Hals geschlungener und tief auf die Brust 
herabhängender Kettchen (catellae) gebräuchlich. Zu diesen gesellten sich 
die eigentlichen Orden in Form von kleinen Rundsehildern (pkalerae), 
ähnlich den an den Cohortenzeichen angebrachten, und seit Caraealla 
grofse, oft mit Edelsteinen gefafste Goldmedaillons, welche mittelst einer 
an ihrem Rande angelöthcten Oese auf kreuzweise über die Brust ge- 
schlungene Riemen aufgeheftet wurden. Sehliefslieh rechnen wir zu den
        

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