Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729316
itärische Decc 
rationen. 
725 
108. Militärische Decorationen und Belohnungen (cldna, praevnia 
militaria) für Tapferkeit erscheinen bereits bei den Römern in ebenso 
mannigfacher Form, wie die Orden, mit denen in der Neuzeit bürgerliche 
und kriegerische Tugenden von den Landesherren belohnt zu werden 
pflegen, nur mit dem Unterschiede, dal's im Alterthum die Orden geschenkt 
wurden, in der Neuzeit aber dieselben verliehen werden. Wir übergehen 
hier jene Belohnungen, welche dem Soldaten durch belobigende Erwähnung 
seines Namens vor der Front, durch Avancement oder durch den Antheil 
an der Beute zu Theil wurden und werden nur die eigentlichen militäri- 
schen Decorationen näher betrachten. Den ersten Rang unter denselben 
nahmen die Kronen (coronae) ein. vDie ehrenvollste Krone, welche das 
erste Volk des Erdkreises in seiner Hoheit als Belohnung erworbenen 
Ruhmes ertheilte, war", wie Plinius (hist. nat. XXlI, 3. 4) sich ausdrückt, 
vdie aus Gras geflochtene (corona graminea);    sie wurde nie anders 
als nach einem völlig hoffnungslosen Falle jemanden zu Theil, und nur 
wenn ein ganzes Heer sie Einem zuerkannte. Alle anderen gaben die 
Feldherrn, diese allein gaben die Soldaten ihrem Anführer. Sie heifst 
auch wohl Belagerungskrone (corona obsidionalis), wenn ein ganzes Lager 
von einer Belagerung oder von schimpflichem Abzuge befreit war. Man 
ilocht sie aus grünem Kraute, welches da gepflückt War, wo jemand die 
Belagerten gerettet hatte." Die Ehre dieser Krone wurde daher nur sehr 
selten jemanden zu Theil. Mit der corona triumpkalis, in Gestalt eines 
Lorbeerkranzes, wurde das Haupt des im Triumph heimkehrenden Feld- 
herrn bekriinzt. Ursprünglich von frischem Laube wurde dieselbe später 
in Gold nachgebildet und seit Caesar's Zeiten das eigentliche kaiserliche 
Diadem. Neben ihr erscheint aber auch seit Nero's Zeiten die Strahlen- 
"schalten. Die Fasces bestanden aus mit Lederriemen umwickelten Bündeln von Ulmen- 
oder Birkenruthen, ,welche zur Züchtigung der Verbrecher vor ihrer Hinrichtung dienten. 
Die Vollziehung der Todesstrafe erfolgte mittelst des Beiles (securie), dessen Stiel in das 
Ruthenbündel eingebunden war, während das Eisen hervorblinkte. Getragen wurden die 
Fasces von den Lictoren auf der linken Schulter, deren zwölf den Königen, und zu 
Anfang der Republik eine gleiche Zahl jedem der beiden Consuln voranschritten. Durch das 
Gesetz des P. Valerius Publicola de procatione ad populum wurde aber bestimmt, dal's 
nur dem einen der beiden Consuln innerhalb Roms das Recht, Fasces mit dem Beile vor 
sich hertragen zu lassen, zustehen sollte, während der andere nur von Accensi mit diesem 
lnsigne, aber ohne Beil, begleitet werden durfte. Im Kriege hingegen führten die Consuln 
stets die vollständigen Fasces, und dasselbe galt von den mit einem Imperium bekleideten 
Magistraten: so standen den Praetoren in Friedenszeiten 2, im Kriege 6 Fasces zu, den 
Tribuni militum aber 12 Lictoren mit vollständigen Fasces. Begegnete in der Stadt ein 
niederer Beamter, dessen Stellung den Vortritt von Lictoren gestattete, einem höher ge- 
stellten, so grüfste ersterer durch Senken der Fasces (fasces submittere).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.