Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729212
Die kriege 
ische 
Fracht. 
Gepäck. 
715 
der Hand. Antiochus der Grofse soll zuerst seine Kriegs-Elephanten mit 
Thürmchen auf ihren Rücken ausgerüstet haben, welche vier Streiter 
trugen. 
Jeder Soldat hatte auf dem Marsche aufser den für den ersten An- 
griff nöthigen Waffen ein ziemlich schweres Gepäck zu tragen; nur die 
Reservewalfen, sowie das gröfsere Gepäck wurden auf Paekthieren (iumenta 
sarcinaria), in der Kaiserzeit auch auf zweiräderigen Karren und vier- 
räderigen Wagen fortgeschalft, wie solches aus den auf der Antoninssäulc 
und dem Severusbogen vorkommenden langen Traincolonnen ersichtlich ist. 
Zu diesem schweren Gepäck gehörten zunächst die Zelte (tentorium, ta- 
bernaczelum) aus Leder oder grober Leinewand, nebst den zu ihrer Auf- 
stellung nothwendigen Zeltstangen und Pflücken. Die Zelte, von einer 
quadratischen Basis von etwa 10 Fufs und, wie die Abbildungen derselben 
auf der Antoninssäule (N0. 10. 26) zeigen, mit einer daehförmigen Decke 
versehen, fafsten eine Zeltkameradschaft (contuberniunz) von etwa 1O Mann; 
jeder Centurio hatte aufserdem ein Zelt, jeder Tribun deren zwei für" sich 
und seine Bedienung; das Lager einer Legion würde mithin aus etwa 
500 Zelten bestanden haben. Ferner führte die Traincolonne die zum Ab- 
stecken des Lagers nothwendigen Stangen, Fahnen und Werkzeuge, end- 
lieh auf gröfseren Expeditionen einen Theil des Proviants, sowie die zum 
Mahlen des Getrcides nöthigen Handmühlen. Der Legionar hatte aber, we- 
nigstens in der älteren Zeit, noch Sägen, Spaten, Beile, Hacken, Sicheln, 
Leinen, Kochgescliirr, eine Reservemontirung, auf kürzeren Expeditionen 
sogar einen Proviant bis auf siebzehn Tage und vor der caesarianischen 
Zeit noch einen Schanzpfahl zu tragen. Das gesammte Gepäck, mit Ein- 
schlufs der YValfen, wog für den Infanteristen 60 Pfund, mithin ungefähr 
ebensoviel, als früher ein vollständig gerüsteter preufsischer Infanterist zu 
Fig_ 513 tragen hatte. Kannte nun auch das Alterthum noch nicht den 
P3 Gebrauch der Tornister, so hatte doch Marius bereits durch 
 Einführung der sogenannten marianischen Esel (muli Mariani) 
 die Fortschaßung des Gepäckes wesentlich erleichtert, indem 
i; er den Proviant und die Kleider bündelförmig (Saum-Md) Übe? 
Ähf ein Brettchen schnüren und dieses an dem oberen Ende einer 
i gabelförmig getheilten Stange befestigen liefs, welche der Sol- 
(Qll dat auf dem Marsche schulterte und beim Beginn des Ge- 
  fecbtes ablegte. Die Einrichtung scheint sich auch während 
 " der Kaiserzeit erhalten zu haben, da die auf der Columna 
Traiana ins Feld rückenden römischen Soldaten in der eben beschriebenen 
Weise equipirt erscheinen (Fig. 513).
        

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