Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729205
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Die 
kriegerische 
Tracl 
Schleuder. 
Elephauten. 
Schleuderer (fundibalatores) linden wir bereits unter dem Namen 
der accensi velati in der älteren römischen Heerestheilung als eine be- 
sondere dem Corps der wrarii beigegebene Centurie. Ebenso wie die 
Bogenschützen kam aber auch diese WValTe erst nach den punischen Kriegen 
durch die balearischen-Hülfstruppen zur eigentlichen Geltung. Nur mit 
der Tunica und dem Sagum bekleidet, in dessen über den linken Arm 
 Fig. 512 geschlagenen Faltenwurf die Munition ruhte (vgl. 
Kp  Fig. 512), schwang der Schleuder-er in der Rechten 
r  die S. 288 f. beschriebene Schleuder (funda), und 
 f" mochten wohl einzelne derselben, wie der von der 
 Columna Traiana hier abgebildete, noch ein kurzes 
   , Schwert und einen, jedoch nur mit einer Hand- 
 e " s?  habe versehenen, kleinen Schild zu ihrem Schutze 
 (f; mit sich führen, während ein auf der Columna 
"  Antoniniana erscheinender Schleuderer nur mit der 
A! ü" "IV  Schleuder bewaffnet ist. Die Schleuderkugeln 
waren entweder aus Stein (lapides missiles) oder aus Blei in Eichelform 
(glans) gegossen und von der Gröfse einer doppelten Spitzkugel. Viele solcher 
Projectile sind auf uns gekommen l, und manche derselben tragen den Feind 
verhöhnende römische und griechische lnschriften, z. B. pete culum Octa- 
viani, fugitzivi peristris, 655m (nimm das hin) u. a. m. 
Elephanten erscheinen im. römischen Heere zuerst in dem Kriege 
gegen Philipp von Macedonien, während ihre Verwendung zu kriegerischen 
Zwecken, nämlich zum Durchbrechen der feindlichen Schlachtlinien und 
zum Verwirren der Cavallerie, schon Jahrhunderte früher bei den asia- 
tischen Völkern, in deren Ländern der Elephant heimisch ist, stattfand. 
Von diesen lernten die Griechen diese furchtbare, aber, wie die Kriegs- 
geschichte lehrt, keinesweges zuverlässige Waffe kennen, und erinnern 
wir daran, wie verderblich einerseits für die Römer ihre erste Begegnung 
mit diesen Thieren im Kriege mit dem Pyrrhus und wie unheilbringend 
andererseits für die Punier ihre eigenen Elephanten wurden, welche 
l-Iannibal und Hasdrubal den Römern entgegenstellten. Geleitet wurde der 
Elephant durch einen Kornak (reotor), welcher auf dem Nacken des 
Thieres reitend, dasselbe mit der cuspis, einem Instrumente, ähnlich der 
unter Fig. 2806 abgebildeten Harpe, anstachelte. Eine Bronzemünze der 
Stadt Nicaea mit dem Bilde des eCaracalla zeigt auf der Reversseite 
einen solchen auf einem Elephanten reitenden Kornak mit der Cuspis in 
Vgl. 
die 
im 
Kg]. Museum 
ZU 
Berlin auf bewahrten 
Schleuderkulgeln.
        

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