Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722592
Ausstattung der Tempel. 
Altäre. 
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die dadurch bedingte Ausstattung derselben angedeutet worden. Werfen 
wir hier noch einmal einen Blick auf die Ausstattung und Umgebung der 
Tempel", so können wir uns dieselben nicht reich und feierlich genug 
vorstellen. Zunächst wurde überall, wo der Raum es zuliefs, der Tempel 
durch eine feste Einfassung dem Gewühl und Treiben des gewöhnlichen 
Lebens entrückt  er stand in einem Peribolos, der ihn einerseits von 
allem Profanen absondern und andererseits zur Aufnahme aller Weih- 
geschenke dienen sollte, die frommer Sinn dem Gotte gespendet hatte 
und die nicht zur Aufstellung im Innern des Tempels bestimmt oder ge- 
eignet waren. Hier hat man sich heilige Male der Götter zu denken: 
Bäume, Steine und Quellen, an die sich oft heilige Ueberlieferungen 
knüpften, Bildsiiulen unter freiem Himmel oder unter zierlichen Ueber- 
dachnngen, Heroa oder kleine Capellen in Form von Tempelchen (vafoxoz), 
Altäre, die zur Aufnahme von Spenden aller Art bestimmt waren und 
verschiedenen Gottheiten geweiht sein konnten, erblickte man hier; ja öfter 
umschlofs diese Umfassung Haine und Gärten. 
Vor allem aber ist hier der Altäre (ßwuög, ävmjgzov) zu erwähnen, 
auf welchen der Tempelgottheit selbst die grofsen Brandopfer dargebracht 
wurden. Brandopfer nämlich, bei denen lebendes Fleisch dargebracht 
wurde (vgl.  59) fanden im Innern des heiligen Raumes selbst nicht statt; 
sie wurden auf der Thymele vor dem Pronaos des Tempels vollzogen und 
zwar so, dafs das Bild der Gottheit, der sie bestimmt waren, durch die 
weit geöffnete Tempelpforte auf den Altar hinblicken konnte. Es bedarf  
wohl keiner besonderen Erwähnung, dafs diese Altäre bei grofsen Tem- 
peln oft mit besonderer Pracht ausgestattet wurden. Ursprünglich als eine 
blofse Erhöhung des Bodens zu denken, mochten einige durch die häufig 
wiederholten Üpfer und deren Ueberbleibsel selbst (Asche oder Hörner 
der verbrannten Thiere) zu gröfseren Dimensionen anwachsen, und bald 
konnten sich dieselben durch bildliche und bauliche Zuthat zu besonderen 
Monumenten entwickeln. Pausanias beschreibt (V, 13) den Altar des olym- 
pischen Zeus als einen künstlichen Bau, dessen Unterbau (xgqrrig und 
"9631161; genannt) 125 Fufs im Umfang gehabt habe. Darauf erhob sich 
der eigentliche Altar bis zu einer Höhe von 22 Fufs; steinerne Stufen 
führten zur Prothysis und ebenso von dieser auf die oberste Fläche des 
Alililrßs, die von Frauen nicht betreten werden durfte. Dabei bemerkt er, 
dafs de? Altar aus der Asche der Schenkel der geopferten Thiere bestehe, 
Wie 11168 auch bei dem Altar der samischen Hera der Fall sei; aus Asche 
bestanden ferner die Altäre der olympischen Hera und der Gaea zu Olympia 
und der des Apollon Spodios zu Theben; aus dem Blute der dargebrachten
        

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